Mit meinen Brüdern Marcel und Stephan bin ich Gesellschafter und Geschäftsführer von Guliver.

Meine Aufgabenbereiche sind: Marktanalyse, Management unserer Vermögensbausteine und Auswahl unserer Empfehlungen, Öffentlichkeitsarbeit, Kundenberatung. Mein zeitaufwendigster Arbeitsbereich ist die Erforschung des Einflusses der Demografie (Alterstruktur) auf unser Leben und damit auch auf Wirtschaft, Finanzmärkte und Gesellschaft.

Guido Lingnau, Berlin

Montag, 2. Januar 2012

Guter Dezember beendet erfolgreiches Jahr

Es war nicht einfach dieses 2011. Erst redeten alle von steigenden Zinsen und möglichen Aktien-Höchstständen im Herbst, dann leiteten überraschend schlechte Arbeitsmarktdaten aus den USA (die übrigens falsch waren und zwei Monate später deutlich nach oben korrigiert werden mussten) einen der heftigsten Kursstürze beim DAX seit Jahren und anderen Aktien-Indices ein. Der DAX verlor innerhalb weniger Wochen über 2.700 Punkte und konnte sich von diesem Schock bis zum Schluss nicht erholen. Da wir mit unseren Guliver Demografie Fonds überweigend in sicheren Anleihen investiert waren, erlebten unsere Kunden ein spiegelbildliches 2011: Erst gings runter, dann gings hoch und am Ende steht ein schönes Plus. Im Dezember konnten wir unsere Gewinne noch einmal deutlich ausbauen. So schließen beide Demografie Fonds mit dem höchsten Monatsendwert 2011.

2011 (in €):  DAX -14,7%  /  Dow Jones: +9,6%   /   Nikkei: -10,8%   /   MSCI Emerging Markets: -18,0%   /   Bundesanleihen: +13,7%   /   US-Staatsanleihen: +20,1%   /   Gold: +13,5%   /   Kupfer: -22,7%   /   Öl: +16,2%   /   Silber: -6,6%   /   Guliver D. Sicherheit: +6,0%   /   Guliver D. Wachstum: +4,4%
(Quelle: FAZ)

Doch 2011 ist nun ja schon wieder kalter Kaffee von gestern und wer interessiert sich schon für kalten Kaffee? Ein neues Jahr hat inzwischen begonnen, das um keinen Deut langweiliger werden dürfte. Es stehen eine Reihe von Krisen auf der Tagesordnung, deren Dramatik eher noch zunehmen dürfte. Nicht nur der Euro wird uns in diesem Jahr auf Trapp halten. Auch in China hat sich eine riesige Tsunami-Spekulations-Welle aufgebaut, die 2012 oder 2013 platzen könnte. Iran, Ägypten, Tunesien (u.a. arabische Staaten), Syrien, Vietnam, Chile und am Ende des Jahres die Präsidentschaftswahlen in den USA werden die Finanzmärkte politisch beeinflussen. Dabei läuft es derzeit in Deutschland und zunehmend auch wieder in den USA recht gut. Weltweit könnten die Unternehmensgewinne gegenüber dem Rekordjahr 2011 noch zulegen.

Es ist durchaus schon Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, aber bis zum Ausgang ist es noch weit und es liegt viel Geröll im Weg. Ich freu mich auf dieses neue Jahr, kann aber eine gewisse Anspannung meiner Nerven nicht leugnen…

Freitag, 30. Dezember 2011

Servicethema Geld – jeden Dienstag auf Radio B2

Informationen zur Radio-B2-Sendung “Servicethema Finanzen” mit Guido Lingnau, das Radio-B2-Musterdepot und Mitschnitte der Sendungen gibt es hier: Link

Freitag, 18. November 2011

Unsichere Zeiten verlangen sichere Anlagekonzepte

Die europäische Staatsschuldenkrise geht weiter ihren scheinbar unaufhaltsamen Weg. Die Zinsen, die von den hochverschuldeten Euro-Staaten zu zahlen sind, steigen immer weiter an. Giechenland ist mehr oder weniger schon abgeschrieben und wie in einem bereits vor langer Zeit verfasstem Drehbuch bewegt sich Italien in Richtung Rettungsschirm. Auch die Folgen einer vielleicht anstehenden Finanzierung der italienischen Staatsschulden durch den EFSF werden bereits in den Kursen von französischen, österreichischen oder niederländischen Staatsanleihen sichtbar. Einzig deutsche Bundesanleihen halten ihren hohen Kurs.

Für Anleger sind dies alles andere als paradiesische Zustände. Die möglichen Zukunftsszenarien liegen so weit auseinander, dass auch ein Diversifikation (Streuung) der Anlagen wenig bringt. Denn nur wenn man in einer solchen Phase sich für ein bestimmtes Zukunftsszenario entscheidet und damit dann auch richtig liegt, wird man einen Gewinn erzielen können.

Um diesem Wahlrisiko zu entgehen, entscheiden sich immer mehr große und kleine Investoren dafür, ihre Werpapiere zu verkaufen und erst einmal auf Tagesgeldkonten oder in kurzlaufenden Bundesanleihen zu parken. Die Kassehaltung dürfte also erst einmal wieder Vorrang haben. Doch auf dem Tagesgeld oder anderen sicheren Kurzfristanlagen gibt es derzeit fast keine Zinsen. Der Realzins (nach Inflation) ist sogar deutlich negativ. Der Anlagenotstand steigt somit weiter an und gerade in solchen Phasen ergeben sich dann die besten Chancen.

Beim Guliver Demografie Sicherheit halten wir die Struktur weitestgehend. Es gab seit Juli einen Einstieg in Aktien. Die Quote liegt nun bei etwa 5 Prozent und soll erst einmal nicht weiter erhöht werden. Die Zielaktienquote liegt bei 7,5 Prozent.

Beim Guliver Demografie Wachstum haben wir die Aktienquote auf 20 Prozent (plus 3 Prozent Goldminen) nochmals leicht erhöht. Es ist nicht geplant, diese demnächst weiter anzuheben. Die Ziel-Aktienquote leigt bei 40 Prozent plus 10 Prozent Goldminen. Die Anlagen in Bundesanleihen-ETFs liegt nur noch bei etwa 33 Prozent und wurde deutlich reduziert. Erstmals seit längerer Zeit halten wir einen höhere Kassebestand von über 5 Prozent. Damit haben wir die Möglichekit, bei bietenden Gelegenheiten zuzulangen.

Mittwoch, 2. November 2011

Keine Volksabstimmung in Griechenland

Der folgende Artikel wurde vor der Rücknahme der Volksabstimmung verfasst und ist vom Sinn immer noch gültig

So schnell kann es gehen. Gerade noch freuten sich die Aktienmärkte mit den Politikern der Euro-Staaten über ein großes neues Rettungspaket und schon machen die Griechen hinter diesen Plan ein großes Fragezeichen. Grundsätzlich kann man es ja nur begrüßen, wenn das Volk über ein so weitgehendes Sparprogramm abstimmen soll, wie es Griechenland zum wiederholten Male auferlegt bekommen hat. Auch wir Deutschen hätten wohl gern über das Rettungsprogramm abgestimmt. Was die erneute Unsicherheit anfeuert, ist aber vor allem die Unberechenbarkeit griechischer Politik.

Es hatten sich ja schon Ende der letzten Woche immer mehr kritische Stimmen zum Rettungsprogramm gemeldet. Der vereinbarte Hebel für den Rettungsfonds dürfte kaum zum gewünschten Ergebnis führen und der erzwungen-freiwillige Forderungsverzicht der Banken (und anderer privater Gläubiger) hätte wesentliche Grundprinzipien unserer Verfassung in Frage gestellt.

Wie kann man „privaten Gläubigern“ 50 Prozent ihres Geldes wegnehmen, während „öffentlichen Gläubigern“ 100 Prozent zurückgezahlt werden. Da viele Banken mit diesem „Forderungsverzicht“ ihr Eigenkapital zu einem großen Teil dafür opfern müssten (und damit enteignet würden), kommen die Staaten dann mit Steuermilliarden und rekapitalisieren die griechischen Banken, um die griechischen Bankguthaben zu 100 Prozent zu retten. Denn die würden sonst auch beschnitten werden. Auf Deutsch gesagt, diejenigen Griechen, die in den letzten Jahren von der Schuldenpolitik profitiert haben und ein hohes Guthaben haben anhäufen können, werden mit deutschen Steuergeldern und mit dem Eigenkapital (Eigentum) der europäischen Bankaktienbesitzer gefüttert und dürfen ihren Profit aus einer betrügerischen Politik behalten. Super! Auch innerhalb der griechischen Gesellschaft kann das nur böses Blut geben.

Griechenland ist pleite. Das ist ein Fakt, der sich nicht länger verschleiern lässt. Jeder Versuch einen griechischen Staatsbankrott weiter in die Zukunft zu verschieben, wird die Probleme weiter vergrößern. Der Euro war schlecht vorbereitet und das sehen jetzt auch die Nichtökonomen. Es gibt in diesem unausgegorenen System keinen Ersatz für eine nationale Zins- und Geldmengenpolitik. Es gibt keine Möglichkeit nationale Fehltritte ohne Mithaftung der anderen Euro-Staaten abzuwickeln. Griechenland, Portugal und Italien auf der einen Seite und Spanien und Irland auf der anderen Seite zeigen die Folgen der schlechten Euro-Vorbereitung. Ob diese Versäumnisse durch Nachbesserungen zu beseitigen sind? Derzeit sieht es nicht danach aus.

Montag, 24. Oktober 2011

Risikobereitschaft nimmt wieder zu

Die ersten Quartalsergebnisse zum 3. Quartal haben bisher über den Erwartungen gelegen, der Euro-Rettungsschirm soll nun endlich die Risiken einer ausufernden Euro-Krise beseitigen und aus China kam dann heute noch eine gute Konjunkturnachricht. Die im Sommer eingebrochenen Aktienkurse konnten den in den letzten Tagen begonnen Aufschwung fortsetzen und dementsprechend waren sichere Bundesanleihen weniger gefragt.

So mussten unsere beiden Guliver Demografie Fonds im Oktober einen Teil der seit April erzielten Gewinne wieder hergeben. Dämpfend auf den Kursrückgang haben sich aber die im September gekauften Aktienfonds ausgewirkt.

Die Frage lautet jetzt, wie die Anleger weltweit auf die Ergebnisse der Eurorettungsmaßnahmen reagieren werden, die für Mittwoch anstehen. Die meisten Experten rechnen mit einem nur kurzfristigen Anstieg der Aktienkurse, denn die Schuldenprobleme sind mit dem Rettungsfonds ja nicht gelöst. Wird die Sparbereitschaft der Italiener nicht nachlassen, wenn klar wird, dass die anderen Euro-Länder für Italien einstehen werden?

Noch viel wichtiger finde ich die Frage, ob die Franzosen nicht demnächst unter Beschuss geraten. Dort hat der Wahlkampf für die 2012 stattfindenden Präsidentschaftswahlen begonnen. Frankreich lässt derzeit keine Sparbemühungen erkennen (wie Deutschland) und ein ausgeglichener Haushalt ist in Frankreich noch nicht einmal erklärtes politisches Ziel. Frankreich wird im kommenden Jahr wahrscheinlich das höchste Defizit der großen Euro-Staaten ausweisen. Mir ahnt Schlimmes, wenn die Sozialisten den nächsten Präsidenten stellen und danach sieht es ja aus.

Die Eurokrise ist also auch mit einem gigantischem Rettungsschirm noch lange nicht vom Tisch. Aber vielleicht (hoffentlich) irre ich mich ja auch.

Derweil haben Schwellenländer wie Brasilien, die Türkei oder Indien die ersten Maßnahmen gegen eine Konjunkturabkühlung getroffen. Auch in China werden wohl die Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation gegen Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen ausgetauscht. Es könnte sich also lohnen, die Beteiligung an Aktien- und Rentenfonds aus Schwellenländern weiter vorsichtig zu erhöhen. Langfristig sind Anlagen in den Schwellenländern (mit Ausnahme China) vielleicht die beste Möglichkeit, sich gegen die wachsenden Unsicherheiten in Europa, den USA und Japan zu schützen. Die Welt hat sich wirklich verändert.


Raiffeisen EmergingMarkets-Aktien (schwarze Linie) gegen DAX (blaue Linie)

Dienstag, 11. Oktober 2011

Neue Ratgebersendung “Servicethema Geld” mit Guido Lingnau

Guido Lingnau ist wieder als Finanzexperte im Radio zu hören. Immer dienstags zwischen 11 und 12 beantwortet er Hörerfragen zum Thema Geldanlage, Finanzen und Börse auf dem neuen Sender B2.

Radio B2 möchte mit seinem Programm eine Marktlücke in Berlin und Brandenburg schließen, die früher einmal 100,6 bzw. Spreeradio ausfüllten. B2 kombiniert qualitativ hochwertige Nachrichten mit Gute-Laune-Musik (mindestens 50 Prozent deutschsprachige Musik). Hören kann man Radio B2 über DVB, Audio-Kanal 12 in Berlin und Brandenburg, über Internet und leider noch eingeschränkt über UKW (in Berlin 96,7). Weitere Informationen zum Sender und wie Sie ihn empfangen können gibt es hier: Link

In der neunten Sendung ging es um vermögensverwaltende Fonds und “sichere ” Auslandswährungen.

Die Audiodateien der letzten Sendung zum Reinhören:

20111213 Guido Lingnau auf radio B2 – Interview 1
20111213 Guido Lingnau auf radio B2 – Interview 2
20111213 Guido Lingnau auf radio B2 – Interview 3

Top-Thema Eigentumswohnung: Kaufen oder Mieten:
Immobilien kaufen oder nicht

Donnerstag, 29. September 2011

Finanzmärkte in Bewegung

In den letzten Wochen herrscht an den Finanzmärkten eine Mischung aus Angst und Hoffnung. In einigen europäischen Ländern, in den USA und auch in China vermehren sich die Anzeichen für eine wirtschaftliche Abschwächung. Die Schätzungen der Weltbank und anderer Marktteilnehmer für das Weltwirtschaftswachstum gehen weiter zurück. Ein wichtiger Aspekt für die unruhigen Finanzmärkte ist also die Angst vor einer erneuten größeren Rezession.

Dramatischer und unmittelbarer ist die Angst vor einer unbeherrschbaren Schuldenkrise in der Euro-Zone. Griechenland gilt als zahlungsunfähig und -unwillig. Die Rettungsbeführworter wollen einen Domino-Effekt verhindern, denn auch in Portugal, Irland, Spanien und Italien sieht es nicht besonders rosig aus. Wenn heute im Deutschen Bundestag über den Rettungsfonds abgestimmt wird, geht es weniger um die Finanzierung Griechenlands. Wichtiger scheint mir die Festigung des Euro-Systems als solchem zu sein. Man will offensichtlich ein mächtiges Schutzschild vor die Euro-Zone installieren, dass es nach der Insolvenz (humaner ausgedrückt: Schuldenschnitt) und dem dann eventuell notwendigen Austritt Griechenlands aus dem Euro-System nicht zu einem Domino-Effekt kommt.

Gerade Irland zeigt in den letzten Monaten eine erstaunliche Stärke. Das kann man auch an der Entwicklung der Kurse von irischen Staatsanleihen gut erkennen:

Es ist also möglich, mit harten Einsparungen und einer wettbewerbsfähigen Exportindustrie sich selbst aus einem fast unüberwindlichen Schuldenproblem zu befreien. Eine weiter harte Hand gegenüber Griechenland und anderen Schuldenländern hilft also den Ländern, die sich die Mühe machen, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Und dann macht auch ein großer Rettungsschirm einen Sinn.

Unsere Guliver Demografie Fonds

Im August und im September haben wir die Gelegenheit günstiger Aktienkurse genutzt, um die Aktienquote beim Wachstum wieder zu erhöhen. Derzeit liegt die Aktienquote (ohne Goldminen) bei 16 Prozent. Das ist nach den Kursverlusten in etwa eine Verdopplung. Neu gekauft wurden Fonds mit Ziel Indien, Thailand, Russland und den baltischen Ländern. Andere Positionen wurden aufgestockt. Gewinne wurden bei sicheren Euro-Staatsanleihen und einer US-Dollar-Anleihe realisiert. Damit verringert sich die Abhängigkeit des Guliver D. Wachstum gegenüber sicheren Euro-Staatsanleihen nochmals deutlich. Noch profitiert aber auch der Wachstums-Fonds von einer Zunahme der Krisenanzeichen.

Beim Sicherheit wurde auch der Aktienanteil leicht auf jetzt gut 3 Prozent erhöht. Gewinne wurden teilweise bei der Irland-Anleihe und beim Gold mitgenommen.


Guliver Demografie Wachstum(schwarz) und Sicherheit (blau)

Dienstag, 13. September 2011

Noch bis 10. Oktober 50 Euro gewinnen: Wie sind Ihre Erfahrungen mit uns?

Seit einigen Tagen ist unsere neue Empfangs-Seite online. Diese soll diejenigen ansprechen, die auf der Suche nach einem neuen Anlageberater sind. Die bisherige Hauptseite wird als “Kundenbereich” vorerst unverändert bleiben. Sie erreichen den Kundenbereich dann über einen Menüpunkt, der besonders gekennzeichnet ist.

Für die neue Empfangsseite würden wir gern noch weitere kurze Erfahrungsberichte oder Bewertungenvon Kunden verwenden. Diese werden unter einem geänderten Namen (z.B. Herbet K., Berlin-Zehlendorf) eventuell leicht redigiert veröffentlicht. Da wir echte Kundenreferenzen verwenden möchten, bitte wir alle Kunden uns Ihren Erfahrungsbericht über Guliver zu mailen. Je mehr sich beteiligen, desto besser.

Unter allen Teinhmern werden wir am 11. Oktober drei KaDeWe-Gutscheine im Wert von jeweils 50 Euro verlosen. Bitte machen Sie mit!

Ihr Guido Lingnau

Eine E-Mail an Guliver schreiben

Montag, 5. September 2011

Griechenland-Drama vor dem Finale?

Griechenland schafft es einfach nicht, durch seine Sparanstrengungen wieder auf die Beine zu kommen. In der letzten Woche gab es gleich zwei neue Hiobsbotschaften:

1. Ein unabhängiges Expertenteam bezeichnete die Verschuldung Griechenlands jetzt als “außer Kontrolle”. Das Defizit wird höher als gefordert ausfallen (8,8 Prozent statt 7,9 Prozent). Dabei ist das Jahr noch lange nicht vorbei. Das Unfassbare: Die Ausgaben steigen, statt zu sinken. Die Delegation von EU, IWF und EZB hat Athen vorübergehend verlassen, weil die Planungen der griechischen Regierung noch immer nicht abgeschlossen sind. Die nächste Zahlung an Griechenland ist somit wieder einmal nicht gesichert.

2. Ein vielleicht noch größeres Problem sind die griechischen Sparer, die scheinbar vermehrt ihre Euro-Guthaben in andere Euro-Länder übertragen, weil sie einen Austritt Griechenlands aus dem Euro-System befürchten. Dadurch geraten die griechischen Banken in Liquiditätsprobleme. Sie können zwar gegen “Sicherheiten” Geld bei der EZB leihen, aber scheinbar gehen ihnen jetzt langsam die Sicherheiten aus. Sie stehen schon mit über 100 Mrd. Euro bei der EZB im Minus. Nun soll eine nochmals erweiterte Notkreditlinie den Banken Liquidität verschaffen.

Es sieht so aus, als stünde das Finale der Griechenland-Krise unmittelbar bevor. Auch heute herrscht wieder Panik an den Aktienmärkten. Der DAX fiel auf neue Jahrestiefststände und lag am Nachmittag nur noch leicht über 5.200 Punkten. Bundesanleihen fungieren weiter als sicherer Hafen. Die zehnjährigen Bundesanleihen stiegen auf neue Allzeithöchststände und die Bundesanleihen mit Laufzeiten von über fünfzehn Jahren nähern sich den Rekordhochs vom letzten Jahr, als der Euro schon einmal kurz vor seinem Ende war.

Was kann nun kommen? Es gibt wohl nur noch zwei Auswege aus der Abwärtsspirale:

1. Bundeskanzlerin und Finanzminister stellen sich vor die Fernsehkameras und verkünden, dass die Bundesrepublik Deutschland alle Sparguthaben garantiert. Sie meinen dann allerdings die griechischen Guthaben und übernehmen die Schulden Griechenlands direkt oder haften mit Hilfe von Eurobonds.

2. Griechenland verlässt freiwillig den Euro-Raum. Dann würden die anderen Euro-Länder für die gewährten Bürgschaften wohl zahlen müssen und viele Griechen würden einen großen Teil ihrer Sparguthaben verlieren. Es würde aber einen Schlussstrich unter das sonst immer größer werdende Problem ziehen.

Welcher Weg der richtige ist, kann niemand genau vorhersagen. Auch die Reaktionen der Investoren auf eine finale Lösung sind nicht abschätzbar. Es würde kurzfristig nochmals Turbulenzen auslösen. Vielleicht würden Portugal, Spanien und Italien dann noch stärker unter Beschuss geraten. Vielleicht würden klare Verhältnisse aber auch wieder Vertrauen ermöglichen. Vielleicht kann es ja Griechenland auch doch noch schaffen, seine Kredite irgendwann einmal zurückzuzahlen? Nichts ist ausgeschlossen.

Wir bleiben bei unserer Anlagestrategie und bevorzugen sichere Anlagen. Wir denken aber auch zunehmend darüber nach, die günstigen Kurse an ausgewählten Aktienmärkten zum Einstieg zu nutzen. Der Guliver D. Wachstum soll mittelfristig wieder bis zu 40 Prozent in Länder-Aktienfonds investiert sein. Derzeit sind es nur gut zehn Prozent. Beim Guliver D. Sicherheit sind 7,5 Prozent geplant, aktuell sind es nur 1,5 Prozent.

Mittwoch, 31. August 2011

Guliver-Fonds bestehen Crash-Test

Seit gut einem Monat sind die Finanzmärkte wieder in großer Unruhe gefangen. Ausgehend von sehr schlechten US-Arbeitslosenzahlen und einem sich allgemein eintrübenden Weltwirtschaftswachstum ging es weltweit mit den Aktienkursen bergab. Auch die Euro-Schuldenkrise hält die Finanzmärkte in Atem. Der DAX musste so starke Kursrückgänge hinnehmen, wie seit der Pleite der US-Invesmtentbank Lehman Brothers nicht mehr.

Auch unsere Fonds mussten sich in diesen stürmischen Wochen bewähren. Erstmals seit Einführung der neuen Anlagestrategie im Mai 2009 konnten wir sehen, ob unsere Berechnungen zur Portfoliostruktur richtig waren.

Das Vermögensverwalter-Magazin für vermögensverwaltend gemanagte Fonds “Finanz Monitor” hat jetzt 813 vermögensverwaltende Fonds in Sachen Wertbeständigkeit in der Krise getestet. Dabei konnten unsere beiden Fonds sehr gut abschneiden. Der Guliver Demografie Sicherheit belegte den ersten Platz in der Kategorie “defensive Fonds”. Der Guliver Demografie Wachstum wurde siebter in der Kategorie “flexible Fonds”. Unter allen vermögensverwaltenden Fonds mit Zulassung in Deutschland erreichten unsere Fonds die Plätze zehn und elf.

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