Mit meinen Brüdern Marcel und Stephan bin ich Gesellschafter und Geschäftsführer von Guliver.

Meine Aufgabenbereiche sind: Marktanalyse, Management unserer Vermögensbausteine und Auswahl unserer Empfehlungen, Öffentlichkeitsarbeit, Kundenberatung. Mein zeitaufwendigster Arbeitsbereich ist die Erforschung des Einflusses der Demografie (Alterstruktur) auf unser Leben und damit auch auf Wirtschaft, Finanzmärkte und Gesellschaft.

Guido Lingnau, Berlin

Mittwoch, 5. März 2014

Guliver Demografie Wachstum mit gutem Start ins neue Jahr

Der Guliver Demografie Wachstum hat in den ersten beiden Monaten des Jahres 2014 leicht zulegen können. Positiv war die Entwicklung bei Gold, Goldminen, Bundesanleihen und den US-Staatsanleihen. Verluste mussten dagegen wiederum die Anlagen in den meisten Schwellenländern hinnehmen, während die Aktien in Deutschland und den USA kaum verändert waren.

Unter den Beteiligungen in Schwellenländern konnten Vietnam (+20,6 Prozent) und Ägypten ein sehr gutes Ergebnis erzielen.

Insgesamt gab es Plus von 2,01 Prozent. Der Fonds hat damit im vorderen 17. Perzentil der Morningstar-Vergleichsgruppe abgeschlossen. Die Performanceschwäche des letzten Jahres konnte somit beendet werden, womit aber noch keinesfalls ein Ausgleich für das enttäuschende Jahr 2014 erreicht werden konnte.

Veränderungen in der Zusammensetzung wurden nicht vorgenommen. An der Struktur soll es vorerst keine Änderungen geben. Eine Anpassung des Fonds an die gewünschte Struktur, die durch die unterschiedliche Kursentwicklung der Investments immer wieder notwendig wird, ist für spätestens Juli geplant.

Für den Guliver Demografie Wachstum hängt weiterhin sehr viel von der Entwicklung in den Schwellenländern ab. Der Anteil von Anleihen (Domizil oder Währung) und Aktien aus Schwellenländern im Fonds liegt bei 40,2 Prozent. Bei den Aktien-Anlagen sind es sogar 79,3 Prozent (ohne Goldminen). Dies ist für einen Demografie-Fonds mit einem langfristigen Ansatz auch kaum anders möglich. Der Fonds kann daher kurz- und mittelfristig auch nicht mit der Entwicklung anderer vermögensverwaltender Fonds verglichen werden. Dass das Konzept längerfristig funktioniert, davon sind wir weiterhin überzeugt und dafür sprechen auch die Performance-Daten seit Einführung der Strategie.

Montag, 3. März 2014

Ukraine beunruhigt Anleger

Die Ereignisse in der Ukraine sind alles andere als beruhigend. Vor einigen Tagen war es noch fast unvorstellbar, dass russische Truppen in die Ukraine einmarschieren würden. Jetzt zeigt sich wieder einmal, dass politische Krisen leider nicht vorhersehbar sind. Wie sich die Situation entwickeln wird, kann heute niemand mit Sicherheit sagen. Und da Börsianer sich bekanntlich oft wie scheue Rehe verhalten, verwundert es nicht, dass die Börsen seit Freitag auf die Ereignisse reagieren.

Von Panik ist allerdings noch nichts zu sehen. Recht milde sind die Kursrückgänge in den westlichen Ländern. Der DAX verliert heute (03.03. 11:47 Uhr) nur etwas mehr als 2 Prozent auf 9.459 Punkte. An den osteuropäischen Börsen sind die Verluste etwas höher. Besonders verlieren die Märkte in Russland mit über 10 Prozent. Das ist für einen kriegerischen Konflikt allerdings noch moderat und zeigt, dass man derzeit nicht von einer Eskalation ausgeht. Die ukrainische Börse verliert heute ca. 6 Prozent, hat aber in der letzten Woche auf die Unterstützungsabsichten der EU mit einem Plus von sage und schreibe 60 Prozent reagiert, was den höchsten Stand seit 1 1/2 Jahren bedeutete.

Unsere Fonds reagieren mit Verlusten bei Aktienanlagen und Fremdwährungsanleihen, während sichere Anleihen und Gold deutlich zulegen können. An den Fondskursen werden damit (nach jetzigem Stand) die Ereignisse in der Ukraine kaum zu sehen sein.

Dienstag, 28. Januar 2014

Schwellenländer im Abwärtstrend

Schwellenländerkrisen hat es schon häufig gegeben, angekündigte und nicht eingetroffene noch mehr. Erst betrifft es nur ein Land, dann schwappt die Krise auf andere Länder über und zum Höhepunkt werden fast alle Länder der Kategorie Schwellenländer mit in Sippenhaft genommen. Ausmaß und Länge solcher Krisen kann man leider nie im Voraus auch nur erahnen. In der Phase danach kommt es vor allem in den Ländern, die zu Unrecht abgestraft wurden, zu einer starken Erholung der Kurse an den Währungs-, Anleihe- und Aktienmärkten.


Datenquelle: FVBS

Sollten jetzt alle Schwellenländer-Anlagen vorsichtshalber verkauft werden? 

Wir glauben, dass wir am besten fahren, wenn wir nicht zu hektisch agieren und die auch auf unsere Anlagen überschwappende (eventuelle) Schwellenländerkrise aussitzen. Der Prozess hat ja schon im Mai letzten Jahres begonnen und war auch Hauptverursacher der schlechten Entwicklung unserer Fonds im letzten Jahr. Die Währungskurse sind schon teilweise erheblich eingebrochen und haben selbst die Angst-Kurse aus der Finanzkrise teilweise schon unterschritten. Jetzt haben die Presse und das Fernsehen reagiert. Aber da für die Medien wie so oft Kursentwicklungen erst interessant werden, wenn schon erhebliche Veränderungen passiert sind und sich Krisen oder Blasen ihrem Höhepunkt nähern oder die Höhepunkte sogar schon überschritten wurden.

Das ist bereits passiert:

In Ländern wie Brasilien oder Südafrika sind die Währungen bereits unter ihren inneren Wert gesunken. Das gilt noch mehr für die Türkei. Hier sträubt sich allerdings die Regierung trotz demografischer Unterstützung die notwendigen Reformen anzugehen. Wir haben daher in diesem einen Fall schon im letzten Jahr Anpassungen vorgenommen sowohl in Anleihen als auch in Aktien der Türkei. Die Aktienquote Türkei wurde schon im Januar und Februar 2013 halbiert (Wachstum von 2,6 auf 1,3% und Sicherheit von 0,7 auf 0,3%) und bei Anleihen in türkischer Lira wurde der Anteil im Sommer deutlich reduziert (Wachstum von ca. 6 auf ca. 4%, Sicherheit von 3,8 auf 1,2%).

So sind wir investiert:

Beim WachstumsfondsRentenfonds im Jahr 1998 ein Verlust von durchschnittlich ca. 20% entstanden ist und im Folgejahr ein Gewinn von ca. 40% (macht für Aussitzer zusammen ein Plus von 12%).

Nur wer sicher voraussagen kann, welche Währung wann weiter an Wert verliert, kann sich Markttiming leisten. Wir können das leider nicht und versuchen langfristig richtige Entscheidungen zu treffen und wir haben und werden damit leider auch immer wieder Fehler machen.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Ein schweres Jahr geht zu Ende

Wieder geht ein Jahr zu Ende, das sich ganz anders entwickelt hat, als ich das noch im Januar erwartet habe. Es wird für unsere Guliver Demografie Fonds das erste Minus-Jahr nach vier Jahren mit guten Gewinnen. Ich weiß, dass wir im Jahr 2013  viele unserer Kunden enttäuscht haben. Dafür möchte ich mich für bei Ihnen entschuldigen.

An der Börse muss man zwar immer mit einem negativen Jahr rechnen, doch 2013 war für die klassischen Fondsanleger eigentlich ein sehr gutes Jahr mit hohen Gewinnen an den Aktienmärkten in Deutschland, den USA und Japan. Dort waren wir zu wenig investiert. Verloren haben wir durch den Fall des Goldpreises, dem unerwartet starken Euro (bedeutet Kursverluste für ausländische Währungen), dem Anstieg der Zinsen für länger laufende Anleihen (bedeutet Kursverluste) und unseren Anlagen in den Schwellenländern.

Unsere Anlagestrategie, die wir 2009 eingeführt haben, kann vorübergehende Kursverluste nicht verhindern. Das kann keine Anlagestrategie mit Anlagen, die an Börsen gehandelt werden. Da wir teilweise grundlegend anders investieren als die meisten anderen Vermögensverwalter, schwanken unsere Anlagen auch in einem anderen Rhythmus. 2011 gewannen wir als 99 Prozent der vermögensverwaltenden Fonds Verluste einfuhren. 2013 wird es genau anders herum sein.

Die Erwartungen für 2014 haben sich durch das schlechte Jahr 2013 aber deutlich gebessert. Denn in den letzten 43 Jahren hat es mit unserer Strategie noch nie zwei negative Jahre hintereinander gegeben. Es gibt zwar keine Garantie, dass das auch in Zukunft so bleiben wird, es erhöht aber die Wahrscheinlichkeit für ein sehr gutes Jahr 2014.

Auch andere Gründe sprechen für ein gutes Jahr 2014:

1. Es herrscht in den Schwellenländern eine sehr negative Stimmung. Diese ist in den Kursen jetzt bereits enthalten. Kommt es nicht so schlimm wie erwartet, sind hohe Gewinne wahrscheinlich. Die Renditen von den von uns gehaltenen Anleihen sind jetzt deutlich höher als zu Beginn diesen Jahres.

2. Die Erwartungen für eine Überwindung der Krisen in den USA, Japan und vor allem in der Eurozone sind sehr hoch. Kommt es hier zu einer weniger guten Entwicklung profitieren unser sicheren Anlagen.

Bisher war es klug, zu kaufen wenn die Kurse niedrig waren, also nach einem negativen Jahr wie dem Jahr 2013. Und so sind wir trotz aller Enttäuschungen voller positiver Erwartungen für 2014!

Im Namen der Guliver Anlageberatung und natürlich auch in meinem Namen möchte ich Ihnen den allerherzlichsten Dank für Ihr Vertrauen im Jahr 2013 aussprechen.

In der Hoffnung auf eine ähnlich gute Zusammenarbeit im neuen Jahr wünsche ich Ihnen, dass Sie eine geruhsame Weihnachtszeit im Kreise Ihrer Lieben verbringen werden. Für das Jahr 2014 wünsche ich Ihnen viel Gesundheit, privates Glück, und einen guten Übergang in ein sicherlich wieder spannendes neues Jahr.

Ihr

Guido Lingnau

Freitag, 6. Dezember 2013

Gold weiter im Sinkflug – Trendwende 2014?

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Während die Aktienmärkte in den meisten Industrieländern boomen und der DAX ein Rekordhoch nach dem anderen aufstellt, verliert Gold so stark, wie noch nie seitdem der Goldpreis Anfang der 70er Jahre freigegeben wurde. Bis gestern ist der Goldpreis in Euro in diesem Jahr bereits um 29,1 Prozent gefallen. Das bisher schlechteste Jahr war 1981 mit einem Minus von 23,8 Prozent (in D-Mark).

Gold
Goldpreis in Euro bzw. vor Einführung des Euro in D-Mark

Eigentlich ist es ja nicht verwunderlich, dass nach acht positiven Jahren hintereinander der Kurs auch einmal sinken könnte. Da geht es dem Gold genauso wie allen anderen Sachwerten auch. Doch der Fall war stärker, als es normal gewesen wäre. Mussten im letzten Jahr noch teilweise über 44 Euro je Gramm Gold bezahlt werden, sind es heute Morgen nicht einmal mehr 29 Euro pro Gramm. Damit liegt das Minus vom Höchstwert gerechnet bei 35 Prozent.

Wie konnte es eigentlich zu diesem starken Kurseinbruch kommen?

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen: Die Goldproduktion ist aufgrund der hohen Preise in den letzten Jahren stark ausgeweitet worden. In Indien, lange das größte Nachfrageland, wurden hohe Importzölle auf Gold eingeführt. Und in den USA wurde von Gold in die jetzt besser laufenden Aktien umgeschichtet. Besonders der letzte Grund hat den Goldpreis stark gedrückt.

Wie so oft, wenn Kurse an den Finanzmärkten stark fallen, verstärken spekulative Anleger, wie z.B. Hedgefonds, den Trend und sorgen dafür, dass Privatanleger aus Sorge um ihre Anlage in Panik verfallen und sich zu Minikursen dann von ihrem “Langzeit-Investment” trennen. Die Spekulanten nutzen dann diese Panik und decken sich wieder zu niedrigsten Kursen ein. Nur so können einige Hedgefonds immer wieder so hohe Gewinne erzielen.

Bei welchem Kurs der Goldpreis fair bewertet ist, lässt sich leider schwer sagen, weil Gold ja keinen Ertrag erwirtschaftet (keine Zinsen, Dividenden oder Mieten). Der Besitz von Gold lohnt sich nur deshalb, weil Gold als sicheres Wertaufbewahrungsmittel eine jahrtausendealte Tradition besitzt und weltweit als inflationssichere und krisensichere Anlage anerkannt ist. Daran ändern auch die hohen Kursschwankungen nichts. Seit Anfang der 70er Jahre hat sich Gold ähnlich entwickelt wie Aktien (inkl. Dividenden), Immobilien (inkl. Mieteinnahmen) oder Anleihen (inkl. Zinsen). Und es gibt keinen erkennbaren Grund, warum sich das in den kommenden Jahrzehnten ändern sollte.

Jahresrenditen

Richtig ist, dass ein guter Aktienmarkt in den USA den Goldpreis weiter bremsen würde. Richtig ist aber auch, dass in Europa und Asien die Goldnachfrage eher weiter steigen sollte. Besonders in Japan (Zinsanlagen gefährdet durch Inflation) und China (Immobilienblase) drohen hohe Verluste in Märkten, deren Wert ein Mehrfaches des gesamten Goldbestandes der Welt ausmacht.

Der in diesem Jahr so stark gefallene Goldpreis könnte so ein Geschenk für alle mutigen Anleger sein, die jetzt ihre Goldinvestments weiter ausbauen. Ob es die Trendwende zu neuen Höchstkursen schon 2014 gibt oder erst ein oder zwei Jahre später sollte langfristig orientierte Anleger relativ egal sein. Wir werden in unseren beiden Guliver Demografie Fonds, die unter dem gesunkenen Goldpreis in diesem Jahr stark gelitten haben, weiter einen Goldbestand halten und die niedrigen Kurse eher wieder zu Neukäufen nutzen.

 

Freitag, 22. November 2013

Fragen unserer Kunden

Im Vorfeld zu unserem Investmentabend in der letzten Woche haben wir unsere Kunden gebeten, uns ihre derzeitigen Fragen und vielleicht auch Sorgen mitzuteilen. Für alle, die beim Investmentabend nicht mit dabei sein konnten, hier eine kurze Zusammenfassung:

Frage: Wie haben sich die Guliver-Kunden in diesem Jahr verhalten? Haben sie eher verkauft oder zugekauft?

Antwort: In diesem Jahr wurden mehr neue Gelder angelegt als Gelder abgezogen. Es kommt immer zu Abflüssen aus vielen Gründen. Die Kursentwicklung als Grund haben drei Kunden beim Verkauf ihrer Anlagen genannt. Insgesamt wurden in diesem Jahr ca. 2,5 Mio. Euro mehr angelegt als abgezogen.

Frage: Was passiert, wenn die USA ihre lockere Geldpolitik beenden?

Antwort: In der Vergangenheit hatte eine straffere Geldpolitik meist Kursrückgänge an den Aktienmärkten zur Folge. Diese Kursrückgänge waren unterschiedlich stark ( -10 bis -30 Prozent) und der Prozess dauerte ca. ein Jahr. Durch die höheren Zinsen mussten einige Unternehmen ihre Gewinnerwartungen nach unten anpassen oder sogar Insolvenz anmelden. Im Anschluss kam es sehr oft zu einem starken Kursanstieg, da Unternehmen oft mit Innovationen auf knapperes und teureres Geld reagieren. Wir hoffen, dass die Zinsen in den USA möglichst schnell wieder steigen und würden die dann niedrigeren Kurse zum Kauf von US-Aktienfonds nutzen. In Europa dürften die Zinsen noch viele Jahre sehr niedrig bleiben. In den Schwellenländern könnte es ähnlich wie oben beschrieben noch einmal zu Kursrückgängen kommen, bevor es dann wieder deutlich nach oben geht. Zinserhöhungen sind also kurzfristig schlecht, längerfristig bereiten sie aber den nächsten Aufschwung vor.

Frage: Was passiert, wenn die Anleiheblase platzt?

Antwort: Eine Anleiheblase gibt es nicht und kann es gar nicht geben, höchstens eine Kreditblase. Anleihen werden immer zum Kurs von 100 zurückgezahlt (wenn der Schuldner nicht pleitegeht, was bei Kreditblasen häufiger passieren kann). Die Zinsen sind auch meist festgeschrieben. Den Ertrag einer Anleihe-Investition kann man sich also bis auf den Cent genau ausrechnen. Mit Blase an den Rentenmärkten (Anleihemärkten) ist gemeint, dass die Erträge bei sicheren Anleihen derzeit sehr niedrig sind. Verluste drohen aber nur, wenn man mit Anleihen spekuliert. Wenn man z.B. für eine Anlagedauer von einem Jahr eine Anleihe mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr kauft. Dann muss man diese Anleihe nach einem Jahr an der Börse verkaufen und bekommt dann einen Kurs, den man zum Investitionszeitpunkt natürlich noch nicht kennt. Nur so kann man mit sicheren Anleihen Verluste machen. Bei Sachanlagen dagegen sind Blasen möglich, weil es keine garantierten künftigen Rückzahlungswerte gibt.

Frage: Was passiert bei einem Währungsverfall des US-Dollar?

Antwort: Der Dollar schwankt und kann natürlich gegenüber dem Euro einen längeren Zeitraum an Wert verlieren. Mit “Verfall” ist aber ein Totalverlust gemeint. Sich so etwas vorzustellen, ist weit weg von jeder Realität. Im Vergleich zum Euro oder zum Yen ist der Dollar ein regelrechter sicherer Hafen und er bleibt auf absehbare Zeit die Weltreserve-Währung Nr. 1.

Frage: Was passiert bei einem Währungsverfall des Euro? Könnte der Euro zerbrechen?

Antwort: Beim US-Dollar dauerte es fast 80 Jahre bis sich die Währung nachhaltig stabilisieren konnte. Letztendlich kam es vor allem aufgrund unterschiedlicher Handelsbilanzen und Wirtschaftsstrukturen zwischen Nord- (Defizitstaaten) und Südstaaten (Überschussstaaten) zum Bürgerkrieg (1861-65).

CSADollar

Auch in der Euro-Zone gibt es den Konflikt zwischen Überschuss- und Defizitländern, nur in umgekehrter Himmelsrichtung. In den USA siegten die Defizitländer und verhinderten die Gründung eines neuen Währungsraumes mit Krieg (die Frage der Sklaverei war nur die moralische Rechtfertigung für diesen Wirtschaftskrieg, in einigen Nordstaaten war die Sklaverei bis 1865 weiter erlaubt). Soweit sollte es in Europa nicht kommen. Der Euro könnte aber durchaus an den unterschiedlichen Mentalitäten zwischen Hartwährungs- und Weichwährungsbefürwortern zerbrechen. Sachwerte und Geldwerte außerhalb der Eurozone sollten zumindest einen teilweisen Schutz vor dem Zusammenbruch des Euro bieten. Bei Euro-Geldwerten sollte man in den Hartwährungsländern (Deutschland, Niederlande, Luxemburg und Österreich) bleiben, da hier bei einer Währungsreform bessere Umtauschkurse wahrscheinlich sind.

Frage: Was passiert bei der Einführung von Euro-Bonds? Was passiert bei der Vergemeinschaftung der Euro-Schulden?

Antwort: Der Prozess ist schon voll am Laufen! Erst einmal verschlechtert sich die Bonität Deutschlands weiter, was aufgrund der zunehmenden Alterung besonders in Deutschland ein riesiges Problem wird. Längerfristig, ab ca. 2030, droht eine hohe Inflation. Vorerst sollten die Preise aufgrund der hohen Sparneigung der Bevölkerung und der ausgeglichenen Leistungsbilanz der Euro-Zone stabil bleiben.

Frage: Was passiert, wenn die Inflation steigt? Müssen wir mit einer stark steigenden Inflation rechnen?

Antwort: Das Problem wird vorerst nicht eine sehr hohe Inflation sein, das kommt erst später. Das Problem der nächsten 10 bis 20 Jahre wird sein, dass die Zinsen so niedrig sein werden, dass selbst geringere Inflationsraten mit den Zinsen bei Bankeinlagen oder Tagesgeld nicht mehr ausgeglichen werden können. Die Sparer müssen also ihre Angst überwinden und auf Anlagen wie z.B. unseren Guliver Demografie Sicherheit ausweichen. Langfristig schützt vor Geldentwertung nur ein möglichst hoher Anteil an Sachanlagen und Zinsanlagen aus Ländern mit deutlich höheren Zinsen. Darauf ist z.B. der Guliver Demografie Wachstum ausgerichtet.

Frage: Was passiert, wenn die nächste Rezession kommt?

Antwort: Einige Anlageklassen werden wahrscheinlich Kursgewinne verzeichnen (Gold, sichere Anleihen) und andere werden verlieren (Aktien, einige Währungen). Welche Anlagen sich wie genau entwickeln werden, hängt von Art, Ort, Dauer und Schwere der nächsten Wirtschaftsschwäche ab. Das lässt sich leider nicht voraussagen. In diesem Jahr schwächeln z.B. viele Schwellenländer, während es in den meisten Industrieländern eine Erholung gibt oder eine solche erwartet wird. 2011 war es umgekehrt. Wichtig ist, dass man nicht zu einseitig investiert ist, seine Anlagen also breit streut. Bei den Guliver Demografie Fonds investieren wir in zwölf langfristig sehr positive Trends aus allen verfügbaren Anlageklassen (Anleihen, Aktien, Gold, Immobilien, Währungen). Das verhindert zwar auch keine vorübergehenden Kursrückgänge, es mildert diese aber ab und verstetigt damit den Erfolg. Wir sind derzeit ganz gut auf eine mögliche Rezession vor allem im Euro-Raum aufgestellt.

Frage: Ist der Aufschwung an den Schwellenländern vorbei?

Antwort: Nein. Nur für China sehen wir so große Risiken, dass wir derzeit dort nicht investieren. In den anderen bekannten Schwellenländern sehen wir wahrscheinlich nur eine durchaus übliche Verschnaufpause in einem anhaltenden Superzyklus. Nach den teilweise heftigen Kursrückgängen in diesem Jahr haben sich die Gewinnmöglichkeiten wieder verbessert. In Brasilien ist die Rendite von Staatsanleihen auf über 10 Prozent gestiegen! Nochmals fallende Kurse sind Gelegenheiten, die wir uns nicht entgehen lassen werden.

Zusammenfassung:

Wir erwarten für die kommenden Jahre wieder Rückenwind für unsere Guliver Demografie Fonds. Für 2014 sehen wir (bei aller Vorsicht) Kursturbulenzen, die wir zu Käufen nutzen wollen.

 

 

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Guliver Demografie Wachstum und der DAX

in der letzten Woche haben wir alle unsere Kunden angeschrieben, die in unsere beiden Demografie Fonds investiert sind, also fast alle. Wir haben sie gebeten, uns für den nächsten Investmentabend ihre Sorgen und Fragen mitzuteilen. Die vielfältigen Reaktionen zeigen uns, dass sich zumindest einige Sorgen machen (US-Haushaltsstreit, Kursentwicklung). Beim Wachstumsfonds schmerzt vor allem noch immer der Kurssturz von 2008/2009. Damals ging es um fast 51 Prozent bergab. Durch die Strategieänderung (Wechsel vom Aktienfonds zu einem vermögensverwaltenden Fonds) haben wir davon erst einen Teil wieder aufgeholt. Das Minus beim Wachstumsfonds in diesem Jahr ist besonders schmerzlich, weil der deutsche Aktienindex DAX diesen Rückgang bereits wieder aufgeholt hat und gerade neue Rekorde erzielt.

Der Wachstumsfonds hat Anleger, die schon länger investiert sind, dadurch insgesamt deutlich enttäuscht. Der Sicherheitsfonds erfüllt dagegen die Erwartung der meisten unserer Kunden, obwohl auch dieser in diesem Jahr im Minus liegt.

Rückblick

  1                                                                                                             
Wertentwicklung seit der Finanzmarktkrise (Tief am 10. März 2009)
Schwarz: Guliver Demografie Wachstum, blau: Guliver Demografie Sicherheit

Wenn man die Wertentwicklung beider Fonds vergleicht (siehe Grafik 2), sieht man, dass für den Wachstumsfonds vor allem das Jahr 2008 mit einem Minus von fast 40 Prozent (Tiefstkurs am 10. März 2009 lag bei 68,37, das waren sogar 50,89 Prozent unter dem Höchststand vom 10. Juli 2007) für die insgesamt enttäuschende Entwicklung verantwortlich ist. In der Finanzmarktkrise hatte der Wachstumsfonds mit nahe 100
Prozent Aktienanteil die Abwärtsphase voll mitgemacht. Der DAX verlor in dieser Zeit sogar noch mehr. Der Guliver Wachstum stand im Frühjahr 2009 fast vor seiner Auflösung. Viele Kunden wollten die Versicherung, dass so etwas nie wieder passieren kann. Außerdem war davon die Rede, dass diese Finanzkrise ähnlich wie die Weltwirtschaftskrise 1929-1933 verlaufen könnte. Da verloren die Aktienkurse über 90 Prozent, es hätte also weiter abwärts gehen können.

2

Sowohl in der Weltwirtschaftskrise als auch in den Jahren 2000 bis 2003 fielen die Kurse mit einer Zwischenerholung ca. drei Jahre lang. Diese Zwischenerholung (so vermuteten wir, in Wirklichkeit war es schon die Trendwende) gab es auch diesmal. Von März bis Mai 2009 hatte der Fonds über 20 Prozent von seinem Tief wieder aufgeholt (siehe Grafik 1).

Zu diesem Zeitpunkt entschieden wir uns den Fonds nicht aufzulösen, sondern mit geringerer Aktienquote und der Demografie-Strategie weiterzuführen. Das waren zwei miteinander erst einmal nicht zusammenhängende Entscheidungen. Beim Sicherheitsfonds wurde die Grundausrichtung beibehalten und nur zusätzlich die Demografie-Strategie eingeführt.

Um einem nicht unwahrscheinlichen, weiteren schweren Rückschlag vorzubeugen, senkten wir also die Aktienquote  sehr deutlich auf unter 10 Prozent. Beides, die Angst vieler unserer Kunden und die Erfahrungen mit vorherigen schweren Krisen, brachten uns zu dieser Entscheidung. Dass es anders gekommen ist, sehen wir heute. Der DAX und auch der Dow Jones in den USA haben neue Rekordhochs erreicht. Gold und andere sichere Anlagen haben in diesem Jahr an Wert verloren.

Wie geht es weiter?

Es ist geplant, mit dem Guliver Demografie Wachstum in den kommenden Jahren wieder mehr in Aktien zu investieren. Wir wollen die nächsten größeren Rückgänge dafür nutzen. In einer solchen Phase dürfte sich dann wie 2011 die Stärke unserer sicheren Anlagen wie Gold und Anleihen zeigen. In einer Erholungsphase nach einem starken Kursrückgang lässt sich dann ein hoher Gewinn am ehesten erzielen. Wenn wir jetzt den Wachstumsfonds möglichst stabil halten, wird es später leichter, den Fonds wieder in Richtung neue Allzeithöchststände zu heben. Für einen Kursverlust von zehn Prozent braucht man ja nur elf Prozent, um den Verlust wieder auszugleichen, bei einem Minus von 50 Prozent braucht man schon 100 Prozent Gewinn und für einen Verlust von 90 Prozent braucht man bekanntlich 1.000 Prozent Gewinn für einen Ausgleich. Daher war in den gefährlichen Jahren nach der Finanzkrise unsere Zurückhaltung auch aus heutiger Sicht zwingend notwendig.

Bis zu einem neuen Allzeithoch für den Guliver Demografie Wachstum sind es jetzt ca. 38 Prozent. In den USA bessert sich die Lage trotz Haushaltsstreits wieder langsam und im kommenden Jahr sollte sich auch die Situation in China klären. Es ist gut möglich, dass die Normalisierung der Geldpolitik in den USA noch einmal  Kursrückgänge bringen könnte. Diese sollten, wenn man die Erfahrung ähnlicher Situationen in der Vergangenheit als Vergleichsmaßstab nimmt, zehn Prozent nicht übersteigen. 38 Prozent Plus können im Anschluss, in der Aufholphase danach, recht schnell erreicht werden.

Wir haben im Jahr 2009 die Entscheidung so gefasst, wie oben beschrieben. Wir müssen mit dieser Entscheidung den Konjunkturzyklus zu Ende bringen und dürfen nicht vorher die Grundausrichtung wieder ändern. Wir brauchen jetzt noch etwas Geduld und vor allem Disziplin. Wir bitten Sie, diesen Weg mit uns weiter zu bestreiten. Es bestehen gute Aussichten, schon in den kommenden zwei bis drei Jahren neue Höchstkurse auch beim Guliver Demografie Wachstum zu erreichen, so dass der Fonds seinem Namen auch wieder gerecht wird.

Mittwoch, 21. August 2013

Kaufkurse

Dass Börsenkurse schwanken wissen alle. Und fragt man in guten Zeiten, ob Anleger damit gut leben können, wird das meist bejaht. Gehen die Kurse dann tatsächlich nach unten, werden die meisten Anleger aber trotz besseren Wissens unruhig. Manche verlieren die Geduld und verkaufen ihre Anlagen zu den denkbar schlechtesten Kursen. Erst wenn die sogenannten “unruhigen Hände” ihre Verkäufe erledigt haben und die “starken Hände” ihre Schnäppchen eingesammelt haben, geht es wieder mit den Kursen bergauf.

Viele Anlagestrategien versuchen herauszufinden, ob die Kurse demnächst steigen oder fallen. Es wird nach Konjunkturprognosen, Charttechniken oder anderen kurz- oder mittelfristigen Kriterien eine Kauf- oder Verkaufsentscheidung getroffen. Solche Entscheidungen sind meist im Nachhinein sogenannte “dumme Entscheidungen”. Denn bisher hat noch niemand herausgefunden, wann der günstigste Zeitpunkt für Kauf oder Verkauf ist.

Wir haben uns daher im Mai 2009 dazu entschieden, solche kurzfristigen Kriterien möglichst unbeachtet zu lassen. Gerade die Psychologie verführt einen oft, mit der Masse in die falsche Richtung zu laufen. Wir setzen seitdem auf längerfristige Trends und wollen kurzfristige Schwankungen (auch die nach unten und auch die größeren) aushalten und aussitzen. Bei der Guliver-Anlagestrategie ist es wichtig herauszufinden, ob ein langfristiger Trend weiter intakt ist oder nicht. Die Demografie hilft uns, die richtigen Trends zu finden. Wir wissen aber auch, dass nicht alle demografischen Prognosen richtig sein werden. Menschliche Entscheidungen können immer dazu führen, das auch wir uns irren.

Daher setzen wir nicht nur auf einen Supertrend, sondern auf möglichst viele Trends an ganz verschiedenen Märkten. Dabei sind Trends, die besser in einem guten Wirtschaftsumfeld laufen und Trends, die in schlechten Zeiten ihre Gewinne einfahren. Es sind Trends dabei, die von steigender Inflation profitieren und Trends, die bei fallender Inflation höhere Gewinne machen. So gleichen sich die unterschiedlichen Schwankungen der verschiedenen Trends teilweise aus und die Gesamtschwankungen eines so breit gestreuten Portfolios ist deutlich kleiner, als wenn man einseitiger investieren würde.

Trotzdem schwankten auch solche gut gestreuten Portfolios. Gerade in Zeiten, in denen neue Unsicherheiten auftreten, gehen einige Spekulanten sicherheitshalber erst einmal in Tagesgeld und verkaufen querbeet. In einer solchen Phase sinken oft die Preise an fast allen Märkten. Erst wenn sich eine Mehrheitsmeinung herausbildet, beginnen die erwarteten Gewinnerwerte zu steigen und die erwarteten Verliererwert fallen weiter.

Eine solche neue Unsicherheit haben wir derzeit an den Finanzmärkten, weil die US-Notenbank aufgrund der besseren Konjunktur in den USA wohl demnächst weniger neues Geld “drucken” wird. Welche Analgen davon profitieren werden und welche nicht, lässt sich noch nicht sagen. Daher fallen derzeit mehr Anlagen als in Krisen- oder Boomphasen. Und das sieht man auch an den Kursen der Guliver Demografie Fonds.

Merkwürdigerweise ist der starke Euro für den größten Teil der diesjährigen Kursrückgänge verantwortlich. Auch der Goldpreis liegt stark im Minus. Beide Entwicklungen sind mit hoher Sicherheit nur vorübergehend. Wir überlegen jetzt sogar, die niedrigen Kurse bei einigen Währungen zu nutzen. Denn die Eurokrise nicht weg, der Höhepunkt steht uns wahrscheinlich noch bevor. Und dann ist es gut, wenn man ausländische Währungen und Gold zu seinen Anlagen zählen kann. Bankguthaben und Aktien dürften dann zu den großen Verlierern gehören.

Wir hatten beim Guliver Demografie Sicherheit bereits zwei Phasen, in denen der Kurs um ca. zehn Prozent zurückgegangen ist. Sowohl in der Finanzkrise als auch in der Phase mit dem starken Zinsanstieg (2010/2011) waren unsere Kunden sehr verunsichert. Wir wissen natürlich nicht, ob es Morgen wieder bergauf gehen wird (oder erst im nächsten Jahr). Doch im Rückblick zeigt sich deutlich, dass es Kaufkurse waren und es sich gelohnt hat, dabeizubleiben (oder zu kaufen):

GDS1-2013

Donnerstag, 20. Juni 2013

Es knirscht (Teil 2)

Auch in den letzten Tagen ging es weiter mit den Kursen unserer beiden Fonds nach unten. Die Gründe dafür habe ich schon im ersten Teil von “Es knirscht” beschrieben. Diese Entwicklungen halten weiter an, wobei eine gewisse Beruhigung bei den Währungen der Türkei, Südafrikas und Brasiliens zu beobachten sind.

Der erneute Kursrückgang trifft vor allem Aktien. Und das Merkwürdige ist, dass der Grund dafür eine wieder besser laufende US-Wirtschaft ist. Auf der gestrigen Notenbanksitzung hat die US-Notenbank angekündigt, dass sie die Gelddruckmaschinen demnächst wahrscheinlich weniger rotieren lassen wird um sie im nächsten Jahr ganz abzustellen und dann vielleicht auch die Zinsen wieder anheben könnte. An den Finanzmärkten ist man der Überzeugung, dass der Kursanstieg bei Aktien und Anleihen zuletzt durch die lockere Geldpolitik zustande kam. Demzufolge ist es mit den Kursgewinnen demnächst vorbei, wenn die Notenbank wieder konservativer handelt. Weil also alle denken, dass die anderen denken, dass es jetzt mit den Kursgewinnen erst einmal vorbei sein könnte, verkaufen (fast) alle. Sicherheitshalber.

Wir wollen uns an solchen Spekulationen nicht mehr beteiligen und werden die harten wirtschaftlichen und demografischen Fakten beobachten. Ich sehe die Entwicklung auch aus einem positiven Blickwinkel. Denn in solchen unruhigen Phasen wird oft das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Oder anders ausgedrückt: Es gibt Schnäppchen. Demnächst. Schwankungen haben halt auch etwas Gutes!

Mittwoch, 5. Juni 2013

Es knirscht

Nachdem wir mit dem Guliver D. Sicherheit Anfang Mai noch ein neues Allzeithoch und mit dem Guliver D. Wachstum ein neues Hoch seit Einführung der Demografie-Strategie erreichen konnten, ging es für unsere Verhältnisse relativ stark bergab. Beide Fonds weisen inzwischen im Vergleich zum Vorjahresstand nur ein sehr kleines Plus auf und seit Anfang diesen Jahres sind beide sogar leicht im Minus. Gleichzeitig sind wichtige Aktienindices auf neue Rekordstände gestiegen. Wie kann das sein?

Die Antwort ist ganz einfach: Wir sind kaum in den jetzt so stark gestiegenen Aktienmärkten (Japan, USA und Deutschland) investiert. Wir sind generell nur gering in Aktien investiert und bevorzugen seit vier Jahren Anleihen, weil wir die Gefahr weiterer Probleme im Zusammenhang mit der großen Finanzmarktkrise sahen und auch noch sehen. Diese Strategie war bisher auch sehr erfolgreich und hat unsere Fonds stärker steigen lassen als vergleichbare vermögensverwaltende Fonds. Besonders im letzten Jahr lief es sehr gut, als praktisch alle Anlagen: Anleihen, Währungen und Aktien (Gold war kaum verändert) deutlich im Plus lagen, was eigentlich recht selten vorkommt. Besonders gut hatten auch Aktien aus Schwellenländern (Türkei, Thailand, Indien) abgeschnitten.

Schon im zweiten Halbjahr 2012 fingen die Kurse bei Gold und Schwellenländer-Anlagen an zu fallen. Dies dürfte an generellen Gewinnmitnahmen, besonderen Einflüssen (z.Zt. Türkei) und einer zunehmend erwarteten Beendigung der lockeren Geldpolitik in den USA (trifft oft zuerst Schwellenländer) liegen. Die beiden Charts zeigen ein paar Beispiele für die Entwicklung für uns wichtiger Anlagen in den letzten 12 Monaten:

C1

Chart 1: Bundesanleihen, Gold und unsere Fonds im Vergleich.

C2

Chart 2: Türkische Aktien und Südafrikanischer Rand im Vergleich zum Guliver D. Wachstum.

Wie geht’s weiter?

Schon von Mitte 2010 bis Mitte 2011 hatten unsere Demografie Fonds eine Phase mit fallenden Kursen durchgemacht. Es gibt leider keine Strategie, die ohne Schwächephasen auskommt. Im Anschluss konnten diese vorübergehenden Kursverluste schnell wieder ausgeglichen werden, weil sich unsere demografischen Langfristtrends als richtige Entscheidungsgrundlage erwiesen. Die derzeitige Entwicklung sieht der ersten Schwächephase ähnlich. Auch diesmal steigen die Aktienkurse vor allem in den entwickelten Ländern, während alle anderen Anlageklassen mehr oder weniger stark fallen.

Besonders der Rückgang bei Gold und sicheren Anleihen hat aber auch eine gute Seite. Denn damit steigt auch deren Kurspotenzial wieder, was uns in der nächsten Krisensituation zugutekommen sollte. Wir sehen die gewählten demografischen Langfristtrends weiter als intakt an. Das wird auch unsere Fonds wieder beflügeln.

Eine weitere positive Entwicklung ist die demografische Veränderung in den USA. Dort scheint sich eine neue junge Babyboomer-Generation zu entwickeln. Diese besteht aus den recht zahlreichen Kindern der jetzt um die 54 Jahre alten bisher dominierenden Altersgruppe und zahlreichen jungen Einwanderern. Damit könnte sich die USA jetzt aus dem demografischen Herbst in den demografischen Sommer zurückversetzen. Bisher war dies jeweils der Beginn einer neuen etwa 20 Jahre andauernden Aktienboomphase. Deren hat die USA seit 1940 schon zwei erlebt. In der ersten Boomphase stieg der Dow Jones Index um 540 Prozent, in der zweiten um 1.375 Prozent jeweils plus Dividenden. Gegenüber den erwartet schlechten Aktienmärkten im kränkelnden Europa, dem vergreisenden Japan und dem überhitzten China ist dies ein sehr positiver Lichtblick.

 

C3

 

Ältere Artikel »