Mit meinen Brüdern Marcel und Stephan bin ich Gesellschafter und Geschäftsführer von Guliver.

Meine Aufgabenbereiche sind: Marktanalyse, Management unserer Vermögensbausteine und Auswahl unserer Empfehlungen, Öffentlichkeitsarbeit, Kundenberatung. Mein zeitaufwendigster Arbeitsbereich ist die Erforschung des Einflusses der Demografie (Alterstruktur) auf unser Leben und damit auch auf Wirtschaft, Finanzmärkte und Gesellschaft.

Guido Lingnau, Berlin

Donnerstag, 9. Juli 2015

Erstes Halbjahr mit Gewinnen, 2. Quartal im Minus

Corinth channel in Greece and greek flag on ship

Nach einem fulminanten Jahresauftakt sind die Börsen im 2. Quartal wieder etwas ins Minus gerutscht. Und das betraf praktisch alle Anlageklassen, so dass auch unsere sehr breite Streuung keinen Ausgleich der Ergebnisse ermöglichte. Sowohl Gold, als auch Aktien und Anleihen gaben einen großen Teil der zuvor erzielten Gewinne wieder ab. Bei den sehr sicheren Anleihen, wie z.B. Bundesanleihen, war sogar das Halbjahresergebnis negativ. Hier hatten wir jedoch im 1. Quartal einen großen Teil verkauft und zuletzt zu deutlich niedrigeren Kursen wieder teilweise zurück erworben.

Beim Guliver Demografie Wachstum lag das Ergebnis im 2. Quartal bei -4,66 Prozent nach ein Plus von 9,94 Prozent im 1. Quartal. Beim Guliver Demografie Sicherheit lag das Ergebnis bei -3,41 Prozent nach einem Gewinn von 5,67 Prozent zu Jahresbeginn.

Im Juli haben die Anteilspreise jeweils leicht zulegen können. Das lag vor allem an Währungsgewinnen durch den Kursrückgang beim Euro.

Nachdem die Situation in Griechenland von den Finanzmärkten recht ruhig verarbeitet wird, kommt die wesentlich entscheidendere Entwicklung aus China. Dort ist eine Blase an den Aktienmärkten geplatzt. Die chinesische Regierung hat bereits sehr ungewöhnliche Maßnahmen ergriffen, um den Kursverfall zu stoppen. So dürfen große Anteilsinhaber derzeit keine Aktien mehr an der Börse verkaufen. Es wurden auch wieder neue Konjunkturprogramme beschlossen und die Zinsen wurden mehrmals gesenkt. Wir erwarten schon seit einiger Zeit eine schwere Krise in China und es sieht so aus, als würde diese Krise die Weltwirtschaft in den kommenden zwei Jahren stark beschäftigen. Wir sind weiterhin nicht in China investiert und hatten Anlagen aus Ländern und Branchen, die überdurchschnittlich von der Konjunktur in China abhängig sind, schon deutlich niedriger gewichtet.

Gerade für den Guliver Demografie Wachstum wird die kommende Chinakrise, wenn es denn dazu wirklich kommen sollte, gute Möglichkeiten liefern, um unsere Aktienquote endlich auf ein langfristig sinnvolles Niveau anzuheben. Wir werden uns dabei, wie schon seit etwa zwei Jahren, vor allem auf die USA und einige Schwellenländer konzentrieren. Auch deutsche Aktien könnten nach weiteren Kursrückgängen noch interessanter werden. Derzeit weist der Wachstumsfonds eine Aktienquote von etwa 33 Prozent auf. Darin sind Goldminen und Immobilienaktien bereits enthalten. Der Aktienanteil soll eigentlich mittelfristig auf 40 bis 50 Prozent steigen. Der Anteil von Euro-Anleihen ist jetzt bei etwa 25 Prozent im langfristig gewünschten Bereich. Auch bei Gold sind wir im Sollbereich. Wir streben zur Erhöhung der Aktienquote eine Reduzierung von Anleihen und Kasse in Fremdwährung an. die Risikostruktur würde sich damit kaum ändern.

Beim Sicherheitsfonds sind wir mit der jetzigen Ausrichtung sehr zufrieden und planen derzeit keine Änderung. Dass es immer schwieriger wird, mit sicheren Anlagen einen hohen Ertrag zu erwirtschaften, haben wir aber schon in diesem Jahr gesehen. Trotzdem halten wir es für sehr wahrscheinlich, dass wir auch in den kommenden Jahren eine Ausschüttung von 3,60 Euro je Anteil leisten können.

Das beste Ergebnis in diesem Jahr hat unsere mit Abstand größte Aktienbeteiligung geliefert. Unser jetzt einziger Immobilienwert, die Deutsche Office AG, hatte sehr positive Ergebnisse verkündet und wird nun von der Alstria Office übernommen. Der Kurs hat in diesem Jahr um fast 50 Prozent zugelegt.

 

Montag, 29. Juni 2015

Griechenland

Die Krise in Griechenland hat sich in den letzten Tagen deutlich zugespitzt. Wenn man die Redebeiträge der Politiker und Medienvertreter verfolgt, könnte man annehmen, das Projekt der europäischen Zusammenarbeit ist kurz vor dem Ende. Die Finanzmärkte reagieren indes relativ gelassen. Der DAX pendelt heute Morgen um die 11.000 Punkte. Das sind zwar 400 Punkte Minus im Vergleich zum Freitag. In der vorletzten Woche waren es jedoch nur 10.800 Punkte. Auch der Euro verliert gerade einmal ein Prozent. Der Goldpreis steigt geringfügig, so auch die Bundesanleihen. Vielleicht kommt es noch zu weiteren Kursrückgängen. Ich bleibe aber bei meiner Auffassung, dass eine Eurozone ohne Griechenland mittelfristig sicherer ist als mit (andauernden griechischen Krisenängsten).

Auf das Portfolio der Guliver Demografie Fonds hat sich die Zuspitzung der Griechenland Krise bisher kaum ausgewirkt. Viel entscheidender ist, dass die USA ihre Zinsen in den kommenden Monaten anheben wollen und in China die Probleme zunehmen. Beide Ereignisse halten wir schon einige Jahre für wahrscheinlich und haben schon darauf reagiert. Die Kursrückgänge unserer Guliver Fonds im 2. Quartal waren vor allem eine Reaktion auf den starken Anstieg im 1. Quartal (Fremdwährungen, Gold und Anleihen) und überraschend negative (aus Sicht der Börsianer) Wahlergebnisse in der Türkei und Polen.

Wir erwarten weiter ein positives Ergebnis unserer Anlageempfehlungen in diesem Jahr.

 

Mittwoch, 3. Juni 2015

Ausschüttungen und Urlaub

Am 22. Juni erfolgen die diesjährigen Ausschüttungen für unsere beiden Guliver Vermögensbausteine. Zahltag ist der 24. Juni. Die folgenden Zahlen sind noch zwar noch nicht rechtskräftig vom Wirtschaftsprüfer bestätigt, aber schon durch eine Vorabberechnung recht sicher.

Für den Guliver Demografie Sicherheit wurde im Geschäftsjahr 2014/15 ein Jahresgewinn von 16,0 Prozent nach Kosten erzielt. Wir werden wie in den Vorjahren 3,60 Euro je Anteil ausschütten. Davon sind netto 2,7077 Euro pro Anteil am Tag der Ausschüttung steuerpflichtig. Der restliche Jahresgewinn bleibt bei Anteilskauf vor 2009 generell steuerfrei. Für Anteile, die ab 2009 erworben wurden, bleibt der Gewinn bis zum Verkauf der Anteile steuerfrei und wird erst dann mit den bis dahin insgesamt erzielten Kursgewinnen steuerpflichtig.

Für den Guliver Demografie Wachstum wurde im Geschäftsjahr 2014/15 ein Jahresgewinn von 22,0 Prozent nach Kosten erzielt. Davon sind netto 1,8939 Euro pro Anteil am Tag der Ausschüttung steuerpflichtig. Wir werden wie in den Vorjahren nur den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbetrag  i.H.v. 0,57 Euro je Anteil ausschütten, so dass Anleger, deren Freistellungbetrag nicht ausreicht, ihre Kapitalertragsteuern zahlen können, ohne Fondsanteile verkaufen zu müssen (KESt ca. 0,47 Euro je Anteil + 0,03 Soli und eventuell Kirchensteuer = maximal 0,5445 Euro je Anteil Steuern). Der restliche Jahresgewinn bleibt im Fonds, erhöht den Fondskurs (wird thesauriert) und bleibt bei Anteilskauf vor 2009 generell steuerfrei. Für Käufe seit 2009 bleibt der Gewinn bis zum Verkauf der Anteile steuerfrei und wird erst dann mit der Summe der bis dahin insgesamt erzielten Jahresergebnisse steuerpflichtig. Sollten Sie eine höhere Ausschüttung wünschen, bitten wir Sie, sich bei uns zu melden.

Die Urlaubssaison beginnt nun in Kürze auch bei uns. Wir werden es vielleicht nicht immer schaffen, die gewohnten Öffnungszeiten einzuhalten und bitten dafür um Verständnis. Hier die Urlaubsdaten in der Übersicht:

Regina Lange:                     20. Juli bis 07. August
Stephan Lingnau:               22. Juni bis 10. Juli und 7. bis 18. September
Guido Lingnau:                   16. bis 31. Juli und 19. bis 30. Oktober

Für Fragen und Anregungen stehen wir gern zur Verfügung.

Einen wunderschönen Sommer wünschen Ihnen Stephan und  Guido Lingnau

Dienstag, 12. Mai 2015

Halbzeitbericht

Vor fünf Jahren habe ich zehn Prognosen für das gerade angebrochene neue Jahrzehnt gewagt. Hier ein Halbzeitbericht:

http://demografie-und-finanzmaerkte.blogspot.de/2015/05/zehn-prognosen-fur-das-neue.html

 

Mittwoch, 6. Mai 2015

Gewinnmitnahmen läuten Konsolidierung ein

Guliver_Logo

Nach sechs Plusmonaten in Folge ging es im April mit unseren Demografie Fonds wieder etwas nach unten. Dabei sah es bis Mitte des Monats noch äußerst positiv aus. Dann setzten, wie gar nicht so selten im April/Mai Gewinnmitnahmen ein. Der DAX verlor über 1.000 Punkte oder etwa 8 Prozent. Auch der Dollar beendete seinen Anstieg und musste inzwischen mehr als 7 Prozent abgeben. Andere Währungen verloren gegenüber dem Euro ebenfalls an Wert. Der Goldpreis und US-Aktien hielten sich vergleichsweise gut, aber die Abschläge beim Dollar sorgten auch hier für größere Kursrückgänge in Euro. Selbst die in solchen Marktphasen meist starken Bundesanleihen (und andere sichere Anleihen) verloren. All diese Anlagen waren in diesem Jahr aber deutlich angestiegen. Daher halte ich die in den Medien genannten Gründe für nicht ursächlich (Zinsanstieg in USA, schlechtere Konjunkturdaten, Spekulation gegen Bundesanleihen von bekannten Fondsmanagern…). Es ist die typische Jahreszeit für Gewinnmitnahmen. Grundlegende Trendwechsel kann ich derzeit noch nicht ausmachen. Gerade bei deutschen Aktien und Anleihen sind die Kursrückgänge fundamental durchaus gerechtfertigt. Leider lassen sie sich nicht zuverlässig voraussagen.

Der Kursrückgang bei den langlaufenden Euro-Anleihen war in gewissem Umfang am ehesten zu erwarten gewesen. Wir hatten hier schon im Februar vorsorglich einen größeren Anteil dieser Anlagen veräußert. Die fallenden Anleihekurse bedeuten im Umkehrschluss einen Anstieg der Renditen für diese Anleihen. Und höhere Renditen sind für das längerfristige Kapitalwachstum dringend notwendig. Gerade für sicherheitsorientierte Anleger verbessert sich die Renditeerwartung jetzt wieder ein wenig.

 

Dienstag, 14. April 2015

Quartalsbericht 1/2015

 

2015 hat mit einem sehr guten ersten Quartal begonnen. Vor allem die Europäische Zentralbank hat mit ihrem Gelddruckprogramm (niedrigerer Euro) und dem Kauf von Staatsanleihen (noch niedrigere Zinsen) den Optimismus für Wirtschaft und Finanzmärkte beflügelt. Wie schon Anfang 2011 hoffen nun viele, dass jetzt die Finanz- und Eurokrise endgültig überwunden wird. Dieser Optimismus, der den Deutschen Aktienindex DAX auf über 12.000 Punkte emporschnellen ließ, wurde zumindest bisher auch nicht von den aktuellen Krisen in der Ukraine, in Griechenland oder im Nahen Osten geschmälert.

Unsere beiden Guliver Demografie Fonds, die etwa 85 Prozent unserer Kundeneinlagen ausmachen, konnten in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 5,67 Prozent (Sicherheit) bzw. 9,94 Prozent (Wachstum) zulegen. Im zum Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 wurden neue Bestmarken bei der Gewinnerzielung erreicht: +16,04 Prozent (Sicherheit) und +22,00 Prozent (Wachstum). Auch der April brachte bereits wieder neue Gewinne. Es läuft also weiter sehr gut. Die verschiedenen Anlagearten in den Fonds wechseln sich derzeit regelmäßig bei der Gewinnerzielung ab. Im Januar erzielten vor allem Fremdwährungen und Gold die besten Ergebnisse, im Februar sprang der DAX auf ein neues Allzeithoch und im März ging es insgesamt leicht nach oben. Jetzt im April steigen gerade Anlagen aus Schwellenländern, die in den letzten Jahren recht stark gefallen waren.

Chart GDW GDS 4-2015

Guliver Demografie Wachstum (schwarze Linie) Guliver Demografie Sicherheit (blaue Linie)

Ausschüttungen: Mit dem Ende des Geschäftsjahres können wir auch die Erwartungen an die Ausschüttungen für den Guliver Demografie Sicherheit bestätigen. Zwar sind die vereinnahmten Zinsen weiter gesunken und machen nun nur noch 2,59 €/Anteil aus. Aber die doch erheblichen Kursgewinne ermöglichen es uns, wie in den beiden Vorjahren 3,60 €/Anteil auszuschütten. Aufgrund der hohen Kassehaltung dürfte dieser Wert auch schon für das kommende Jahr 2016 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gesichert sein.

Freitag, 6. März 2015

Februar kaum verändert

Bulle und Bär

Nach dem hervorragenden Jahresstart im Januar brachte der Februar für unsere beiden vermögensverwaltenden Fonds kaum Änderungen. Der Wachstumsfonds erzielte ein kleines Plus von 0,75 Prozent und für den Sicherheitsfonds ging es um 0,19 Prozent nach unten. Während es bei DAX und Dow weiter deutlich bergauf ging, sorgte vor allem der wieder fallende Goldpreis für Gegenwind. Negativ entwickelten sich auch Anleihen, Währungen und Aktien aus Brasilien und der Türkei.

Die Europäische Zentralbank hat nun ihr Anleihenkauf-Programm gestartet. Dieses Programm soll die Zinsen noch weiter senken und die Wirtschaft so ankurbeln. Angeblich soll das in den USA gut funktioniert haben. Aufgrund der in den USA inzwischen wieder deutlich besseren Wirtschaftslage sind dort auch die Zinsen für längerfristige Anleihen schon deutlich gestiegen. Auch die Aktien erreichen fast täglich neue Höchststände. So fließt viel Geld in den US-Dollar und das sorgt umgekehrt dafür, das der Euro weiter fällt. Besonders der Guliver Demografie Wachstum profitiert davon aufgrund seiner im Sommer 2013 getätigten Dollar-Käufe.

Licht und Schatten liegen derzeit sehr nah beieinander. Der schwache Goldpreis und die schwächeren Schwellenländer-Währungen bremsen derzeit den Kursanstieg für unsere Anlagen. Sie bilden aber eine Art Rendite-Reserve für den Fall, dass sich der Wind an den Finanzmärkten wieder einmal unerwartet dreht.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Statement zum Thema Griechenland

Daniel Eckert, Wirtschaftsredakteur der Tageszeitung “Die Welt” bat mich gestern um meine Einschätzung zum Griechenland-Thema für einen Artikel. Hier können Sie einmal lesen, wie aus einem ausführlichen Statement ein Teil eines Artikel wird. Die Zeitungsredakteure haben es wohl nicht ganz leicht, aus einem für sie viel zu langen Statement aussagekräftige Passagen herauszufiltern, die dann in einen lesenswerten Artikel eingefügt werden können. Hier ist es meiner Meinung nach recht gut gelungen. Zuerst mein Beitrag und danach finden Sie den Link zum Zeitungsartikel:

Lieber Herr Eckert,

in Sachen Griechenland kann man wohl nur spekulieren.

Aus demografischer Sicht befindet sich Griechenland, anders als Spanien, Irland und Portugal, in der von mir so genannten Herbstphase. Das sollte eigentlich bedeuten, dass Besitzstandswahrung oberste Priorität besitzt. Also Euro behalten ohne Reformen. Das vertritt die griechische Regierung zumindest nach außen vehement. Sie gehen davon aus, dass die anderen Eurostaaten Griechenland für die langfristige Existenz des Euro benötigen und wegen der Ukraine-Russland-Krise Griechenland nicht fallen lassen werden.

Ob das von Varoufakis auch so gesehen wird, glaube ich eher nicht. Er könnte im schlimmsten Fall einen Schuldenschnitt durch Zahlungsunfähigkeit erzwingen. Auch in einem solchen Fall würde er Hilfen bekommen, weil alle Welt Angst vor dem Lehman-Effekt hat. Varoufakis könnte auch ganz rational ein Griechenland ohne Euro anstreben. Syriza wollte ursprünglich mit einer eigenen Währung die politische Selbstbestimmung zurück erlangen, bis man aus wahltaktischen Gründen plötzlich doch den Erhalt des Euro propagierte. Mir sieht es danach aus, als würde die griechische Regierung (aus ihrer Sicht) nur gewinnen können. Im Gegensatz zu Deutschland.

Dass der Euro keine Schwäche zeigt, ist rational gesehen durchaus verständlich. Die Finanzmärkte gehen davon aus, dass das Problem Griechenland irgendwie gelöst wird. Entweder mit erweiterten Hilfsgeldern für Griechenland, die innerhalb des Euroraumes finanziert werden könnten (positive Leistungsbilanz) oder Griechenland scheidet aus dem Eurosystem aus. Dann wird dies von Rahmenhandlungen begleitet, die man nach Lehman schon getestet hat. Der Euro wird nach aktueller Überzeugung der Finanzmärkte ohne Griechenland stabiler sein und Spanien und Portugal würden von einem Abweichen von ihrer Reformagenda abgeschreckt werden.

Soweit meine Gedanken zum Thema.

Herzlichen Gruß

Guido Lingnau

Hier der Link zum Artikel: http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article137565839/Grexit-ist-das-beste-was-Europa-passieren-kann.html

Dienstag, 10. Februar 2015

Guter Jahresstart und Verkauf von langlaufenden Anleihen

Das Jahr hat mit einem beschleunigten Kursanstieg begonnen. Fast alle Anlagesegmente konnten deutliche Gewinne verbuchen. So ging es nach dem Rekordjahr 2014 auch für unsere beiden vermögensverwaltenden Fonds weiter bergauf auf neue Höchstwerte seit Einführung der Demografie-Strategie im Mai 2009. Der Guliver Demografie Sicherheit erreichte, wie in bisher allen Jahren seit der Auflage im Oktober 2007, ein neues Rekordhoch. Unbenannt

Bild für höhere Auflösung anklicken.

Seit 2009 hatten wir vor allem von der richtigen Einschätzung der Zinsentwicklung profitiert. Sichere Euro-Anleihen mit langen Laufzeiten und damals noch ansehnlichen Zinsen konnten durch den Rückgang des Zinsniveaus hohe Kursgewinne erzielen. Das von uns erwartete Absinken der Zinsen für 10jährige Bundesanleihen auf 1 Prozent ist eingetroffen. Derzeit erzielen diese sehr sicheren Anleihen nur noch 0,36 Prozent Rendite. Für kürzere Laufzeiten sind die Zinsen sogar in den negativen Bereich gerutscht, was eigentlich als unmöglich galt, weil dann Schuldner für die Aufnahme von Krediten merkwürdiger Weise sogar Zinsen bekommen. Wir gehen nicht davon aus, dass die Phase der Niedrigzinsen schon bald vorbei sein wird. Der angekündigte Kauf von Euro-Staatsanleihen durch die EZB wird weiter für niedrige Renditen sorgen. Bei Banken wird der Zins für Spareinlagen wahrscheinlich noch weiter sinken. Wir halten es aber für möglich, dass die Finanzmärkte bei den langen Laufzeiten etwas überreagiert haben und es bei einem kleinen Anstieg der Inflation zu einem Kursrückgang der langlaufenden Anleihen kommen könnte. Wir haben uns daher dazu entschlossen, einen großen Anteil von sicheren Bundes- und KfW-Anleihen mit sehr langen Laufzeiten zu verkaufen. Einen Teil des Verkaufserlöses haben wir in Staatsanleihen in Euro aus Schwellenländern mit kurzer Laufzeit investiert. Der Rest erhöht die Barbestände. Beim Wachstumsfonds liegen jetzt 10,8 Prozent (überwiegend in US-Dollar) und beim Sicherheitsfonds 15,2 Prozent als Kontoguthaben (noch ohne Minuszinsen) für künftige Investitionen bereit.

Wir erwarten für 2015 zwei Grundtrends. Erstens wird das billige Geld weiter in Richtung Aktienmärkte fließen. Zweitens werden die Probleme in der Ukraine-Russland-Krise, in der Euro-Krise und bei der wirtschaftlichen Dynamik in China eher zunehmen. Wellen von negativen und positiven Stimmungen werden sich laufend ablösen und zu hohen Schwankungen an den Finanzmärkten führen. Davon könnte insgesamt der Goldpreis besonders profitieren. Aufgrund der eher positiven Gewinnentwicklung amerikanischer Unternehmen sehen wir dort zum Jahresende wohl deutlich höhere Kurse. Je nach Verlauf der Euro-Krise könnten europäische Aktienmärkte in diesem Jahr ebenfalls auf der Gewinnerseite zu finden sein. Diese Gewinne hat aber wahrscheinlich schon der Januar eingebracht.

Die Anleihen werden sich abhängig vom Inflationstrend entwickeln. In der Eurozone könnte ein Ausscheiden Griechenlands von den Finanzmärkten sogar erleichtert aufgenommen werden. Ein Auseinanderbrechen der Eurozone schon in diesem Jahr ist sehr unwahrscheinlich.

Auf diese eben beschriebenen Erwartungen haben wir unsere Guliver Fonds ausgerichtet und rechnen bis zum Jahresende mit etwas höheren Kursen.

Freitag, 16. Januar 2015

Schweizer zeigen dem Euro die rote Karte – Fondskurse steigen

euro und schweizerfranken

Es war die Überraschung des Jahres. Am gestrigen Donnerstag hat die Notenbank der Schweiz (SNB) die seit einigen Jahren feste Kopplung an den Euro aufgegeben. Die SNB hatte einen Maximalkurs für den Schweizer Franken festgelegt, weil während der Eurokrise 2011/12 viele Investoren in den sicheren Hafen Schweiz flüchteten und der dadurch immer teurer werdende Franken die Exportwirtschaft der Schweiz immer mehr belastete. Ungefähr die Hälfte aller Exporte der Schweiz gehen in den Euro-Raum.

Die SNB konnte diese Maximalgrenze für den Franken nur erreichen, weil sie die in die Schweiz fließenden Gelder aufkaufte. Sie gab neue Franken aus und nahm dafür vor allem Euro in ihre Bilanz. Diese Euros wurden dann überwiegend in Euro-Staatsanleihen investiert. Doch jetzt scheint den Schweizern das Risiko, das von den schwächeren Euroländern ausgeht, zu groß geworden zu sein. Sie wollten nicht noch mehr für eine wieder zunehmende Schieflage im Eurosystem haften. Die Ankündigung von Mario Draghi, dem Chef der Euro-Notenbank (EZB), die Euro-Geldmenge nochmals enorm auszuweiten und notfalls unbegrenzt Euro-Staatsanleihen aufzukaufen, brachte das Fass wohl zum Überlaufen. Das Übel einer Beeinträchtigung von Schweizer Exportwirtschaft und Tourismus war der SNB kleiner als das Risiko der Euro-Bindung.

Nun wird die Schweiz zum Testfall für einen Ausstieg aus dem Euro. Der Franken hat um etwa 15 Prozent aufgewertet. Um den Aufwertungsdruck etwas abzumildern, wurde gleichzeitig ein Minuszins von 0,75 Prozent beschlossen. Ob dieser längerfristig den gewünschten Erfolg bringt, bleibt abzuwarten. Abzuwarten bleibt auch, wie stark die Exportindustrie der Schweiz wirklich getroffen wird. Denn der niedrige Ölpreis und der aufgewertete Dollar wirken positiv auf viele Exportunternehmen. Der Ausstieg kommt so vermutlich zum bestmöglichen Zeitpunkt.

Rückenwind bekam gestern der Goldpreis. Hier wird vermutet, dass der schwache Euro viele europäische Anleger dazu bewegen wird, wieder vermehrt in Gold zu investieren. Heute stieg der Goldpreis auf mehr als 35 Euro/Gramm. Das sind bereits 13 Prozent mehr als zu Jahresbeginn.

Auch unsere beiden Fonds profitierten von der Entscheidung der SNB. Die zuletzt schon sehr positive Wertentwicklung hat noch einmal einen deutlichen Schub bekommen.

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