Mit meinen Brüdern Marcel und Stephan bin ich Gesellschafter und Geschäftsführer von Guliver.

Meine Aufgabenbereiche sind: Marktanalyse, Management unserer Vermögensbausteine und Auswahl unserer Empfehlungen, Öffentlichkeitsarbeit, Kundenberatung. Mein zeitaufwendigster Arbeitsbereich ist die Erforschung des Einflusses der Demografie (Alterstruktur) auf unser Leben und damit auch auf Wirtschaft, Finanzmärkte und Gesellschaft.

Guido Lingnau, Berlin

Donnerstag, 7. August 2014

USA weiter im Aufwind – Europa wackelt

Vor allem die sich beständig weiter zuspitzende Krise in der Ost-Ukraine belastete zuletzt die Börsen vor allem in Europa. Dazu kommt, dass Italiens Wirtschaft schon wieder schrumpft und selbst die Aufträge für die deutsche Industrie überraschend stark zurückgehen. In Portugal musste die größte Bank des Landes mit fast 5 Milliarden Euro gerettet werden. Frankreich kommt immer stärker unter Druck.

In den USA verbessert sich gleichzeitig die Wirtschaftslage stärker als angenommen. Die Arbeitslosenquote liegt schon unter der von Australien. Mit dem Rückenwind der US-Wirtschaft läuft es auch in Mexiko nach einer Wachstumsdelle wieder besser. Hier waren wir Anfang des Jahres eingestiegen und liegen nun mit 18 Prozent vorn.

Unsere beiden Guliver Demografie Fonds entwickelt sich in diesem Umfeld schon seit Jahresbeginn deutlich überdurchschnittlich. Der Wachstumsfonds kommt per 06. August auf ein Jahresplus von 8,48 Prozent und der Sicherheit auf 7,97 Prozent. Beide Fonds haben vor allem von den weiter sinkenden Zinsen für sichere Euro-Anleihen profitiert. Auch der Goldpreis liegt in diesem Jahr wieder in der Gewinnzone (+ 8,7 Prozent). Bis zu seinem Allzeithoch (2012) sind es aber noch mehr 40 Prozent. Gold könnte bei einer weiteren Eskalation in der Ukraine weiter zulegen und hat noch jedem Menge Potenzial.

Den kleinen Kurssturz des DAX von über 10.000 auf jetzt gerade 9.050 Punkte konnten unsere Fonds gut verkraften. Der Anteil von DAX-Werten liegt im Wachstumsfonds nur bei 2 Prozent und beim Sicherheitsfonds bei unter 1 Prozent. Im letzten Jahr war das nicht gut für die Fondsperformance. In diesem Jahr hilft es uns, den Aufwärtstrend zu halten.

Verkauft wurden in beiden Fonds fast alle Anlagen, die wesentlich von Russland abhängig sind. Fonds mit Anteilen von russischen Aktien wurden komplett verkauft. Bei den Anleihen sind wir dabei. Im Guliver Demografie Sicherheit wurde der Rentenfonds Raiffeisen-Osteuropa Rent verkauft und durch eine Polen-Anleihe ersetzt. Im Wachstumsfonds wird dieser Fonds verkauft, sobald wir die geplante Umstrukturierung nach Genehmigung der neuen Rahmenbedingungen durch die Aufsichtsämter in Luxemburg und Deutschland vornehmen können (in ca. 4 Wochen). Verkauft wurde ebenfalls ein Fonds, der in Aktien der drei baltischen Länder investiert.

Ganz neu ist der Kauf von vier japanischen Immobilienaktien im Sicherheitsfonds (jeweils 0,5 Prozent Anteil am Fondsvermögen). Für Japan erwarten wir eine sehr hohe Inflation, was Immobilienwerten zu deutlichen Kursgewinnen verhelfen dürfte. Da wir ebenfalls einen Verfall des Yen erwarteten, wurde die Währung abgesichert. Die Werte schütten eine recht hohe Dividende von um die 4 Prozent pro Jahr aus.

Der beste Wert in unseren Fonds ist in diesem Jahr erstaunlicher Weise unser Indexzertifikat auf den ägyptischen Aktienmarkt. Mit der sehr kleinen Beimischung liegen wir nun schon fast 30 Prozent im Plus, 27 Prozent waren es seit Jahresanfang.

Es läuft in diesem Jahr also wieder recht erfreulich. Der Guliver Demografie Sicherheit hat Ende Juli ganz nebenbei noch ein neues Allzeithoch (bei wieder angelegter Ausschüttung nach der sogenannten BVI-Methode) erreicht. Große Kursgewinne sind in diesem Jahr wohl nicht mehr zu erwarten. Aber an den Börsen kommt es ja in der Regel ganz anders als erwartet…

Mittwoch, 2. Juli 2014

Plus 7 Prozent im ersten Halbjahr

Unsere Fonds laufen in diesem Jahr wieder hervorragend. Das war nach den schlechten Ergebnissen im letzten Jahr nicht von allen erwartet worden. Der Guliver Demografie Sicherheit ist nur noch gut 1 Prozent von einem neuen Allzeithoch entfernt.

Während im letzten Jahr fast alle unsere Investitionsschwerpunkte Kursverluste hinnehmen mussten, laufen in diesem Jahr vor allem sichere Anleihen, wie Bundesanleihen sehr gut. Bei den Anleihen aus Schwellenländern und bei Gold, beides die größten Verlustbringer aus dem letzten Jahr, gab es zumindest kleinere Erholungen.

Die Wirtschaftsentwicklung sieht derzeit weiterhin gemischt aus. Zuletzt hatten sich die Geschäftserwartungen der deutschen Unternehmen wieder verschlechtert, was auch im Zusammenhang mit den Sorgen um die Ukraine steht. In den USA gab es durch den schweren Winter ein sehr negatives erstes Quartal. Die Arbeitsmarktzahlen haben sich dagegen sehr positiv entwickelt.

Die von uns erwartet Krise in China rückt derweilen immer näher. Die dortige Immobilienblase könnte jetzt platzen. Die Ratingagentur Moody’s schätzt, dass ein Rückgang der Bautätigkeit in China um 10 Prozent einen Rückgang im Wirtschaftswachstum von 5 bis 6 Prozent auslösen könnte. Damit rechnet derzeit kaum jemand.

Wir bleiben mit unseren Anlagen also weiter eher vorsichtig. Unser größter Verlustbringer zuletzt war ja Gold. Vor allem der Goldpreis sollte von einer Krise in China am meisten profitieren.

P.S.: Wir sind dabei, mit unser Fondsgesellschaft die Verträge der Guliver Demografie Fonds an die wieder einmal veränderten Auflagen von Seiten der Gesetzgeber (EU, Deutschland, Luxemburg) anzupassen. Das sehen sie jetzt immer an den merkwürdigen und unverständlichen Schreiben, die Sie von Ihrer Depotbank bekommen. Bisher war bei solchen Änderungen meist eine Veröffentlichung über den Bundesanzeiger ausreichend. Jetzt müssen bei Änderungen alle Kunden schriftlich informiert werden. Sollten sich für Sie wesentliche Änderungen ergeben, werden wir Sie selbst in hoffentlich verständlicherem Deutsch darüber informieren. Sollten sie keine Stellungnahme von uns erhalten, sind wir der Meinung, dass sich die Änderungen für Sie nicht merkbar auswirken.

Montag, 30. Juni 2014

Bulgarien

Es gibt derzeit recht hektische Meldungen über einen Ansturm von Sparern auf ihre Bankeinlagen in Bulgarien. Link

Mehr, als in dem Text können wir derzeit auch nicht sagen.

Wir sind nicht in Bulgarien investiert. Dass die Bulgarien-Probleme größere Auswirkungen über Bulgarien hinaus haben könnten, ist derzeit nicht wahrscheinlich.

Freitag, 6. Juni 2014

Ausschüttungen Guliver Demografie Fonds

Am 24. Juni 2014 wurden für unsere beiden Fonds in diesem Jahr die Ausschüttung durchgeführt. An diesem Tag wurden die Anteilskurse um den Ausschüttungsbetrag reduziert.

Beim Guliver Demografie Sicherheit wurde wie im Vorjahr eine Ausschüttung i.H.v. 3,60 Euro/Anteil vorgenommen.

Beim Wachstumsfonds soll die Ausschüttung das gesetzliche Minimum nicht überschreiten. Die darüber hinaus gehenden Erträge werden im Fonds weiter angesammelt (thesauriert). Es wurden 0,31 Euro je Anteil ausgeschüttet.

Mittwoch, 5. März 2014

Guliver Demografie Wachstum mit gutem Start ins neue Jahr

Der Guliver Demografie Wachstum hat in den ersten beiden Monaten des Jahres 2014 leicht zulegen können. Positiv war die Entwicklung bei Gold, Goldminen, Bundesanleihen und den US-Staatsanleihen. Verluste mussten dagegen wiederum die Anlagen in den meisten Schwellenländern hinnehmen, während die Aktien in Deutschland und den USA kaum verändert waren.

Unter den Beteiligungen in Schwellenländern konnten Vietnam (+20,6 Prozent) und Ägypten ein sehr gutes Ergebnis erzielen.

Insgesamt gab es Plus von 2,01 Prozent. Der Fonds hat damit im vorderen 17. Perzentil der Morningstar-Vergleichsgruppe abgeschlossen. Die Performanceschwäche des letzten Jahres konnte somit beendet werden, womit aber noch keinesfalls ein Ausgleich für das enttäuschende Jahr 2014 erreicht werden konnte.

Veränderungen in der Zusammensetzung wurden nicht vorgenommen. An der Struktur soll es vorerst keine Änderungen geben. Eine Anpassung des Fonds an die gewünschte Struktur, die durch die unterschiedliche Kursentwicklung der Investments immer wieder notwendig wird, ist für spätestens Juli geplant.

Für den Guliver Demografie Wachstum hängt weiterhin sehr viel von der Entwicklung in den Schwellenländern ab. Der Anteil von Anleihen (Domizil oder Währung) und Aktien aus Schwellenländern im Fonds liegt bei 40,2 Prozent. Bei den Aktien-Anlagen sind es sogar 79,3 Prozent (ohne Goldminen). Dies ist für einen Demografie-Fonds mit einem langfristigen Ansatz auch kaum anders möglich. Der Fonds kann daher kurz- und mittelfristig auch nicht mit der Entwicklung anderer vermögensverwaltender Fonds verglichen werden. Dass das Konzept längerfristig funktioniert, davon sind wir weiterhin überzeugt und dafür sprechen auch die Performance-Daten seit Einführung der Strategie.

Montag, 3. März 2014

Ukraine beunruhigt Anleger

Die Ereignisse in der Ukraine sind alles andere als beruhigend. Vor einigen Tagen war es noch fast unvorstellbar, dass russische Truppen in die Ukraine einmarschieren würden. Jetzt zeigt sich wieder einmal, dass politische Krisen leider nicht vorhersehbar sind. Wie sich die Situation entwickeln wird, kann heute niemand mit Sicherheit sagen. Und da Börsianer sich bekanntlich oft wie scheue Rehe verhalten, verwundert es nicht, dass die Börsen seit Freitag auf die Ereignisse reagieren.

Von Panik ist allerdings noch nichts zu sehen. Recht milde sind die Kursrückgänge in den westlichen Ländern. Der DAX verliert heute (03.03. 11:47 Uhr) nur etwas mehr als 2 Prozent auf 9.459 Punkte. An den osteuropäischen Börsen sind die Verluste etwas höher. Besonders verlieren die Märkte in Russland mit über 10 Prozent. Das ist für einen kriegerischen Konflikt allerdings noch moderat und zeigt, dass man derzeit nicht von einer Eskalation ausgeht. Die ukrainische Börse verliert heute ca. 6 Prozent, hat aber in der letzten Woche auf die Unterstützungsabsichten der EU mit einem Plus von sage und schreibe 60 Prozent reagiert, was den höchsten Stand seit 1 1/2 Jahren bedeutete.

Unsere Fonds reagieren mit Verlusten bei Aktienanlagen und Fremdwährungsanleihen, während sichere Anleihen und Gold deutlich zulegen können. An den Fondskursen werden damit (nach jetzigem Stand) die Ereignisse in der Ukraine kaum zu sehen sein.

Dienstag, 28. Januar 2014

Schwellenländer im Abwärtstrend

Schwellenländerkrisen hat es schon häufig gegeben, angekündigte und nicht eingetroffene noch mehr. Erst betrifft es nur ein Land, dann schwappt die Krise auf andere Länder über und zum Höhepunkt werden fast alle Länder der Kategorie Schwellenländer mit in Sippenhaft genommen. Ausmaß und Länge solcher Krisen kann man leider nie im Voraus auch nur erahnen. In der Phase danach kommt es vor allem in den Ländern, die zu Unrecht abgestraft wurden, zu einer starken Erholung der Kurse an den Währungs-, Anleihe- und Aktienmärkten.


Datenquelle: FVBS

Sollten jetzt alle Schwellenländer-Anlagen vorsichtshalber verkauft werden? 

Wir glauben, dass wir am besten fahren, wenn wir nicht zu hektisch agieren und die auch auf unsere Anlagen überschwappende (eventuelle) Schwellenländerkrise aussitzen. Der Prozess hat ja schon im Mai letzten Jahres begonnen und war auch Hauptverursacher der schlechten Entwicklung unserer Fonds im letzten Jahr. Die Währungskurse sind schon teilweise erheblich eingebrochen und haben selbst die Angst-Kurse aus der Finanzkrise teilweise schon unterschritten. Jetzt haben die Presse und das Fernsehen reagiert. Aber da für die Medien wie so oft Kursentwicklungen erst interessant werden, wenn schon erhebliche Veränderungen passiert sind und sich Krisen oder Blasen ihrem Höhepunkt nähern oder die Höhepunkte sogar schon überschritten wurden.

Das ist bereits passiert:

In Ländern wie Brasilien oder Südafrika sind die Währungen bereits unter ihren inneren Wert gesunken. Das gilt noch mehr für die Türkei. Hier sträubt sich allerdings die Regierung trotz demografischer Unterstützung die notwendigen Reformen anzugehen. Wir haben daher in diesem einen Fall schon im letzten Jahr Anpassungen vorgenommen sowohl in Anleihen als auch in Aktien der Türkei. Die Aktienquote Türkei wurde schon im Januar und Februar 2013 halbiert (Wachstum von 2,6 auf 1,3% und Sicherheit von 0,7 auf 0,3%) und bei Anleihen in türkischer Lira wurde der Anteil im Sommer deutlich reduziert (Wachstum von ca. 6 auf ca. 4%, Sicherheit von 3,8 auf 1,2%).

So sind wir investiert:

Beim WachstumsfondsRentenfonds im Jahr 1998 ein Verlust von durchschnittlich ca. 20% entstanden ist und im Folgejahr ein Gewinn von ca. 40% (macht für Aussitzer zusammen ein Plus von 12%).

Nur wer sicher voraussagen kann, welche Währung wann weiter an Wert verliert, kann sich Markttiming leisten. Wir können das leider nicht und versuchen langfristig richtige Entscheidungen zu treffen und wir haben und werden damit leider auch immer wieder Fehler machen.

Montag, 23. Dezember 2013

23.02.2014: Guliver-Berater beim Wettbewerb “Finanzberater des Jahres” wieder unter den Top100

23.02.2014: Guliver wieder unter den besten Finanzberatern Deutschlands (Finanzen-Verlag “Finanzberater des Jahres 2014″)

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Ein schweres Jahr geht zu Ende

Wieder geht ein Jahr zu Ende, das sich ganz anders entwickelt hat, als ich das noch im Januar erwartet habe. Es wird für unsere Guliver Demografie Fonds das erste Minus-Jahr nach vier Jahren mit guten Gewinnen. Ich weiß, dass wir im Jahr 2013  viele unserer Kunden enttäuscht haben. Dafür möchte ich mich für bei Ihnen entschuldigen.

An der Börse muss man zwar immer mit einem negativen Jahr rechnen, doch 2013 war für die klassischen Fondsanleger eigentlich ein sehr gutes Jahr mit hohen Gewinnen an den Aktienmärkten in Deutschland, den USA und Japan. Dort waren wir zu wenig investiert. Verloren haben wir durch den Fall des Goldpreises, dem unerwartet starken Euro (bedeutet Kursverluste für ausländische Währungen), dem Anstieg der Zinsen für länger laufende Anleihen (bedeutet Kursverluste) und unseren Anlagen in den Schwellenländern.

Unsere Anlagestrategie, die wir 2009 eingeführt haben, kann vorübergehende Kursverluste nicht verhindern. Das kann keine Anlagestrategie mit Anlagen, die an Börsen gehandelt werden. Da wir teilweise grundlegend anders investieren als die meisten anderen Vermögensverwalter, schwanken unsere Anlagen auch in einem anderen Rhythmus. 2011 gewannen wir als 99 Prozent der vermögensverwaltenden Fonds Verluste einfuhren. 2013 wird es genau anders herum sein.

Die Erwartungen für 2014 haben sich durch das schlechte Jahr 2013 aber deutlich gebessert. Denn in den letzten 43 Jahren hat es mit unserer Strategie noch nie zwei negative Jahre hintereinander gegeben. Es gibt zwar keine Garantie, dass das auch in Zukunft so bleiben wird, es erhöht aber die Wahrscheinlichkeit für ein sehr gutes Jahr 2014.

Auch andere Gründe sprechen für ein gutes Jahr 2014:

1. Es herrscht in den Schwellenländern eine sehr negative Stimmung. Diese ist in den Kursen jetzt bereits enthalten. Kommt es nicht so schlimm wie erwartet, sind hohe Gewinne wahrscheinlich. Die Renditen von den von uns gehaltenen Anleihen sind jetzt deutlich höher als zu Beginn diesen Jahres.

2. Die Erwartungen für eine Überwindung der Krisen in den USA, Japan und vor allem in der Eurozone sind sehr hoch. Kommt es hier zu einer weniger guten Entwicklung profitieren unser sicheren Anlagen.

Bisher war es klug, zu kaufen wenn die Kurse niedrig waren, also nach einem negativen Jahr wie dem Jahr 2013. Und so sind wir trotz aller Enttäuschungen voller positiver Erwartungen für 2014!

Im Namen der Guliver Anlageberatung und natürlich auch in meinem Namen möchte ich Ihnen den allerherzlichsten Dank für Ihr Vertrauen im Jahr 2013 aussprechen.

In der Hoffnung auf eine ähnlich gute Zusammenarbeit im neuen Jahr wünsche ich Ihnen, dass Sie eine geruhsame Weihnachtszeit im Kreise Ihrer Lieben verbringen werden. Für das Jahr 2014 wünsche ich Ihnen viel Gesundheit, privates Glück, und einen guten Übergang in ein sicherlich wieder spannendes neues Jahr.

Ihr

Guido Lingnau

Freitag, 6. Dezember 2013

Gold weiter im Sinkflug – Trendwende 2014?

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Während die Aktienmärkte in den meisten Industrieländern boomen und der DAX ein Rekordhoch nach dem anderen aufstellt, verliert Gold so stark, wie noch nie seitdem der Goldpreis Anfang der 70er Jahre freigegeben wurde. Bis gestern ist der Goldpreis in Euro in diesem Jahr bereits um 29,1 Prozent gefallen. Das bisher schlechteste Jahr war 1981 mit einem Minus von 23,8 Prozent (in D-Mark).

Gold
Goldpreis in Euro bzw. vor Einführung des Euro in D-Mark

Eigentlich ist es ja nicht verwunderlich, dass nach acht positiven Jahren hintereinander der Kurs auch einmal sinken könnte. Da geht es dem Gold genauso wie allen anderen Sachwerten auch. Doch der Fall war stärker, als es normal gewesen wäre. Mussten im letzten Jahr noch teilweise über 44 Euro je Gramm Gold bezahlt werden, sind es heute Morgen nicht einmal mehr 29 Euro pro Gramm. Damit liegt das Minus vom Höchstwert gerechnet bei 35 Prozent.

Wie konnte es eigentlich zu diesem starken Kurseinbruch kommen?

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen: Die Goldproduktion ist aufgrund der hohen Preise in den letzten Jahren stark ausgeweitet worden. In Indien, lange das größte Nachfrageland, wurden hohe Importzölle auf Gold eingeführt. Und in den USA wurde von Gold in die jetzt besser laufenden Aktien umgeschichtet. Besonders der letzte Grund hat den Goldpreis stark gedrückt.

Wie so oft, wenn Kurse an den Finanzmärkten stark fallen, verstärken spekulative Anleger, wie z.B. Hedgefonds, den Trend und sorgen dafür, dass Privatanleger aus Sorge um ihre Anlage in Panik verfallen und sich zu Minikursen dann von ihrem “Langzeit-Investment” trennen. Die Spekulanten nutzen dann diese Panik und decken sich wieder zu niedrigsten Kursen ein. Nur so können einige Hedgefonds immer wieder so hohe Gewinne erzielen.

Bei welchem Kurs der Goldpreis fair bewertet ist, lässt sich leider schwer sagen, weil Gold ja keinen Ertrag erwirtschaftet (keine Zinsen, Dividenden oder Mieten). Der Besitz von Gold lohnt sich nur deshalb, weil Gold als sicheres Wertaufbewahrungsmittel eine jahrtausendealte Tradition besitzt und weltweit als inflationssichere und krisensichere Anlage anerkannt ist. Daran ändern auch die hohen Kursschwankungen nichts. Seit Anfang der 70er Jahre hat sich Gold ähnlich entwickelt wie Aktien (inkl. Dividenden), Immobilien (inkl. Mieteinnahmen) oder Anleihen (inkl. Zinsen). Und es gibt keinen erkennbaren Grund, warum sich das in den kommenden Jahrzehnten ändern sollte.

Jahresrenditen

Richtig ist, dass ein guter Aktienmarkt in den USA den Goldpreis weiter bremsen würde. Richtig ist aber auch, dass in Europa und Asien die Goldnachfrage eher weiter steigen sollte. Besonders in Japan (Zinsanlagen gefährdet durch Inflation) und China (Immobilienblase) drohen hohe Verluste in Märkten, deren Wert ein Mehrfaches des gesamten Goldbestandes der Welt ausmacht.

Der in diesem Jahr so stark gefallene Goldpreis könnte so ein Geschenk für alle mutigen Anleger sein, die jetzt ihre Goldinvestments weiter ausbauen. Ob es die Trendwende zu neuen Höchstkursen schon 2014 gibt oder erst ein oder zwei Jahre später sollte langfristig orientierte Anleger relativ egal sein. Wir werden in unseren beiden Guliver Demografie Fonds, die unter dem gesunkenen Goldpreis in diesem Jahr stark gelitten haben, weiter einen Goldbestand halten und die niedrigen Kurse eher wieder zu Neukäufen nutzen.

 

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