Mit meinen Brüdern Marcel und Stephan bin ich Gesellschafter und Geschäftsführer von Guliver.

Meine Aufgabenbereiche sind: Marktanalyse, Management unserer Vermögensbausteine und Auswahl unserer Empfehlungen, Öffentlichkeitsarbeit, Kundenberatung. Mein zeitaufwendigster Arbeitsbereich ist die Erforschung des Einflusses der Demografie (Alterstruktur) auf unser Leben und damit auch auf Wirtschaft, Finanzmärkte und Gesellschaft.

Guido Lingnau, Berlin

Dienstag, 15. Mai 2012

Immer wieder Griechenland

Die Märkte sind nervös. Gestern gab es, wie schon am letzten Montag deutliche Kursverluste bei Aktien. Heute liegt der DAX zumindest vorerst im Plus bei – eben waren es 6.482 Punkte, auch getragen von einem überraschend guten Wirtschaftswachstum in Deutschland im erster Quartal.

Griechenland treibt es auf die Spitze.

Die Griechen wollen zu über 80% im Euro bleiben. Sie wollen aber auf keinen Fall sparen und erst recht nicht irgendwelche Schulden zurückzahlen. Das sorgt die Börsianer. Eine Mehrheit geht inzwischen davon aus, dass Griechenland den Euroraum verlassen wird. Das wäre dann wohl auch für alle die beste Lösung. Die Griechen könnten sich auf ihre Probleme konzentrieren und der Rest der Eurostaaten kann sich dann auf die lösbaren Probleme in Italien, Spanien und Irland konzentrieren. Für Portugal könnte es noch knapp werden, aber der Rest dürfte durchkommen, wenn man denn die notwendigen Schritte in die Wege leitet. Bleibt es bei den jetzigen Regelungen hat der Euro aus meiner Sicht keine Zukunft.

Was müsste geändert werden um den Euro langfristig als Währung mehrerer Staaten zu festigen?

Ein wichtiger Schritt wird mit dem Stabilitäts- und Wachstumspakt, auch Schuldenbremse genannt, angegangen. Es muss klare Regeln geben, bis zu welcher Höhe Einzelstaaten sich verschulden dürfen. Ob die jetzt beschlossenen Regeln noch einmal verändert werden oder nicht, das ist mehr oder weniger Konsens unter den Euro-Regierungen. Wenn das geregelt ist, kommen die berühmt berüchtigten Eurobonds, es wird eine Eurosteuer geben und aus dieser Euro-Steuer auch einen Euroländer-Finanzausleich. Das alles müsste von einem mit mehr Macht ausgestatteten EU-Parlament  verantwortet werden.

Das ist der Weg, der vor uns liegt. Wie viel deutsche Prinzipien dabei Berücksichtigung finden ist relativ offen. Und da dieser Prozess einige Jahre dauern dürfte, spielen dann auch die Bundestagswahlen im kommenden Jahr eine nicht ganz unbedeutende Rolle. Ich fände es schön, wenn die Politiker uns hier mal endlich reinen Wein einschenken würden. Der Zug ist ja schon unterwegs. Noch traut man sich in Deutschland das nicht offen auszusprechen, weil die Mehrheit der Deutschen das nicht will.

Unsere Guilver Demografie Fonds

Unsere Fonds zeigen sich sehr stabil, trotz heftiger Turbulenzen an den Finanzmärkten. Der Guliver Demografie Sicherheit profitiert sogar von den anhaltenden Spannungen und erreichte ein neus Allzeithoch.

Guliver übernimmt die Führung

Ersmals seit unserem Aufstieg im letzten Jahr in die “Erste Fondsliga” konnten wir die Spitzenposition übernehmen. Tabelle

Mehr Sachwerte

In den letzten Wochen sind die Renditen für sichere Anleihen weiter gesunken. Dadurch konnten weitere Kursgewinne erzielt werden. Besonders Aktien mussten dagegen einen großen Teil der diesjährigen Gewinne wieder abgeben. Einige Märkte sind sogar schon ins Minus gerutscht. Gründe für diese Entwicklung gibt es gleich mehrere. Natürlich ist die Euro-Schuldenkrise auch weiterhin das wichtigste Thema an den Finanzmärkten. In Griechenland spitzt sich die Situation weiter zu und der Austritt des ersten Eurostaates aus der Währungsunion wird immer wahrscheinlicher. Jedenfalls sehen das viele Investoren so. Aber auch aus anderen Regionen gab es zuletzt negative Konjunkturdaten (China, USA, Brasilien, Indien…).

Inzwischen gibt es für sichere Anleihen kaum noch Zinsen und gleichzeitig wenden sich die politischen Verhältnisse in Richtung weniger Sparen. Nach den Präsidentschaftswahlen in Frankreich könnte auch das Debakel der CDU in NRW mit ihrer Anti-Schulden-Kampagne die Sparanstrengungen in der Euro-Zone beenden. Spätestens mit der Bundestagswahl im kommenden Jahr dürfte in Europa der Weg frei sein für eine neue Inflationspolitik. Der EZB würde gar nichts weiter übrig bleiben, als diese Inflationspolitik zu unterstützen. Denn mit noch größeren Rettungsschirmen dürften die Geldgeber für Staatsanleihen bei wieder größer werdenden Defiziten nicht zu beruhigen sein. Damit würden die größten Notenbanken der Welt mit einer ausgeweiteten Geldschöpfung (USA, Japan, GB, Euroraum und China) nun mit vereinten Kräften eine auf schuldenfinanzierte Konjunkturhilfen setzende Politik den Rücken stärken.

Eigentlich spricht die Demografie gegen eine hohe Inflation. Doch irgendwann könnten ausufernde Staatsausgaben die für eine höhere Inflation notwendige Konsum-Nachfrage sorgen. Denn nur dann werden die Unternehmen höhere Preise am Markt durchsetzen können und Gewerkschaften ihre Lohnzurückhaltung aufgeben.

Die kurzfristigen Zinsen besonders für Bankeinlagen würden zwar weiter sehr niedrig bleiben. Aber langlaufende Anleihen könnten Schaden nehmen. Von einer solchen Inflationspolitik würden wohl in erster Linie Aktien und Immobilien profitieren.

Noch ist die künftige Richtung nicht eindeutig. Einige hoffen noch auf einen pragmatischen Regierungsstil von Frankreichs neuem Präsidenten. Auch Angela Merkel sollte man noch nicht ganz abschreiben. Trotzdem haben wir in den letzten Wochen Ideen entwickelt, wie wir den Gefahren einer höheren Inflation begegnen können.

Als erste Maßnahme haben wir begonnen, den Anteil von Immobilienanlagen wieder zu erhöhen. Anlagen, die hierfür infrage kommen, sind offene Immobilienfonds, die jetzt abgewickelt werden und daher mit hohen Abschlägen auf den Inventarwert gehandelt werden und Immobilien-Aktien. Da wir gerade in der Kaufphase sind, kann ich zu den genauen Zielinvestments noch keine Auskunft geben.

 

Donnerstag, 19. April 2012

Guliver in der “Ersten Fondsliga” ganz vorn dabei

In der FINANZEN Fondsverwalter-Meisterschaft  treten 22 Vermögensverwalter mit ihren Musterdepots (für mittleres Risiko und zehnjährigen Anlagehorizont) gegeneinander an. Dabei erinnert nicht nur der Name “Erste Fondsliga” an Sport und Fußball. Auch einige Regeln wurden übernommen. Guliver ist im letzten Jahr in die erste Liga der deutschen Vermögensverwalter aufgestiegen und konnte gleich im ersten Jahr fast Titel “Vermögensverwalter des Jahres 2011″ erringen. Am Ende lagen wir auf einem sehr guten 5. Platz, noch vor so bekannten Vermögensverwaltern wie Dr. Jens Erhardt oder Hendrik Leber.

Auch in diesem Jahr ist unsere Mannschaft wieder ganz vorn mit dabei. Die aktuelle Pltzierung und die genaue Aufstellung der Teilnehmer können Sie hier verfolgen: Link

Mittwoch, 11. April 2012

Neue Unruhe an den Finanzmärkten

Nach der Euphorie der ersten beiden Börsenmonate 2012 machen nun langsam wieder die kleineren und größeren Probleme der Weltwirtschaft auf sich aufmerksam. Begonnen hat der Stimmungsumschwung mit schlechten Konjunkturdaten aus China und den wieder wachsenden Schuldenproblemen in Spanien. Als dann in der letzten Woche der Arbeitsmarktbericht aus den USA die Erwartungen deutlich verfehlte, kam es zu einem kleinen Kursrutsch. Am gestrigen Dienstag ging es nachbörslich mit dem DAX auf fast 6.500 Punkte, nachdem  wir in diesem Jahr ja schon die Marke von 7.200 Punkten fast erreicht hatten. Im Gegenzug stiegen Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf neue Rekordwerte. Die wieder zunehmende Nachfrage nach Sicherheit zeigte sich auch am Kurs des Schweizer Franken. Dieser steig kurzzeitig über die eigentlich von der Schweizer Nationalbank (SNB) festgelegte Marke von 1,20 Franken je Euro. Vermutlich musste die SNB wieder viele neue Franken drucken und im Gegenzug viele Euro aufkaufen, um diesen Kurs zu verteidigen.

Aber es gibt nicht nur schlechte Nachrichten von den Finanzmärkten. So hat sich der Frühindikator der OECD für das Wirtschaftswachstum in den den entwickelten Staaten im Februar überraschend verbessert. Auch die deutsche Wirtschaft scheint sich nach dem kleinen Rücksetzer im 4. Quartal 2011 wieder zu fangen.

Für unsere beiden Guliver Demografie Fonds endete am 30. März das Geschäftsjahr 2011/12. Mit einem Plus von 15,8 Prozent (Wachstum) bzw. 14,5 Prozent (Sicherheit) gehörten unsere Fonds zu den besten vermögensverwaltenden Fonds in Deutschland. Sie wurden von der Wirtschaftswoche als Sieger bei den kleinen Portfolios ausgezeichnet (Link).

In den letzten turbulenten Tagen konnten sogar kleine Kursgewinne erzielt werden. Wir bleiben bei der konservativen Ausrichtung.

Mittwoch, 7. März 2012

Auch Februar mit Gewinnen – Gewinnmitnahmen

Es gab nur einen kleinen Verlierer im Februar und das waren die sehr sicheren Anleihen. Auf der Gewinnerseite fanden sich vor allem Aktien aber auch Anleihen, die als nicht ganz so sicher gelten. Für unsere beiden Guliver Demografie Fonds ging es auch weiter aufwärts. Der Guliver D. Sicherheit konnte um 1,2% (seit Jahresanfang: +3,7%) und der Guliver D. Wachstum um 1,7% (seit Jahresanfang: +6,3%) zulegen. Der breite Anstieg soll auch von den weiter hohen Geldspritzen der großen Notenbanken herrühren. Seit Jahresanfang waren vor allem die Europäische Zentralbank (EZB) und die japanische Notenbank sehr aktiv. Nun hat die EZB angekündigt, dass sie voerst keine weiteren billigen Kredite vergeben will und auch den USA sind ähnliche Bekundugen zu hören gewesen. Daher könnte es mit dem Kursaufschwung vor allem bei Aktien erst einmal vorbei sein.

An den Aktienmärkten sind wir ja nur sehr unterdurchschnittlich investiert. Ob die Aktienquote wieder gesenkt wird, kann ich noch nicht sagen. Derzeit warte ich noch ab. Verkauft habe ich aber am letzten Freitag die in beiden Fonds vorhandene Italien-Anleihe (Gewinn: +26%) und die Frankreich-Anleihe aus dem Sicherheit (+34%). Damit konnten schöne Gewinne in trockene Tücher gebracht werden. Ich würde mit einer neuen nvestition in hochverzinsliche Anleihen jetzt warten, bis sich abzeichnet, wie heftig die Rezession in der Euro-Zone ausfällt. Irgendwie hab ich augenblicklich ein ungutes Gefühl und werde daher lieber unter Verzicht von Ertrags-Chancen die Sicherheit etwas erhöhen. Zum Jahresende würde ich gern wieder ein ordentliches Plus melden wollen…

Mittwoch, 8. Februar 2012

Anders als gedacht: 2012 startet mit hohen Gewinnen

Eigentlich sollte das Jahr 2012 ja eher schwach beginnen, um
dann in der zweiten Jahreshälfte in den Gewinnmodus umzuschalten. So sahen es
die Jahresprognosen der meisten Banken und Vermögensverwalter jedenfalls vor.
Doch wieder einmal passiert in der Realität das Gegenteil von dem, was die
Mehrheit dachte. Seit Jahresanfang sind vor allem die Aktienkurse weltweit um 10
bis 20 Prozent gestiegen. Aber nicht nur Aktien sonnen sich auf der
Gewinnerseite. Auch Gold und als weniger sicher eingeschätzte Anleihen konnten
deutlich zulegen. Verluste gab es dagegen mit den sehr sicheren Anlagen, wie
z.B. deutsche und amerikanische Staatsanleihen.

Für unsere Guliver Demografie Fonds war es ebenfalls ein
gelungener Start ins neue Jahr. Die sehr sicheren Anlagen fielen zwar etwas im
Kurs, aber diese Anlagen wurden ja zuletzt soweit reduziert, dass der negative
Effekt – im Gegensatz zum letzten Jahr – kaum ins Gewicht fiel. Dafür gab es
bei Aktienfonds, Anleihen aus Schwellenländern und auch bei Euro-Staatsanleihen
aus Italien, Irland und Spanien recht ansehnliche Kursgewinne.  An das sehr positiv verlaufene Jahr 2011
konnten wir also nahtlos anknüpfen. Der Guliver Demografie Wachstum liegt in
diesem Jahr nun schon mit 6,06 Prozent im Plus, der Guliver Demografie
Sicherheit kommt auf ein Plus von 3,28 Prozent (per 06.02.2012).

Dank einiger Neuanlagen und der günstigen Wertentwicklung
sind die Fondsvolumen auf den höchsten Stand seit der Finanzmarktkrise
gestiegen. Insgesamt verwalten wir mit den beiden Guliver Demografie Fonds nun
fast 27 Millionen Euro.

Wie geht es weiter?

Augenblicklich wartet der Markt darauf, wie es mit Griechenland
weitergeht. Heute soll es ja mal wieder soweit sein, dass ein letztes großes
Sparpaket die Rettung bringen soll. Ob es dazu kommt und wenn ja, ob dieses
dann tatsächlich umgesetzt werden kann, ist offen. Die Hoffnung auf ein nahes
Ende der Euro-Schuldenkrise ist wohl nicht berechtigt. Selbst wenn die
Sparpakete wirklich umgesetzt würden, dürfte die sich weiter verschärfende
Rezession die Lage immer wieder verschlechtern. Und das trifft auch für andere
Länder zu.

Hoffnung macht den Investoren auch die sich bessernde Lage
der US-Volkswirtschaft. Doch auch diese Verbesserung ist wieder einmal nur
durch eine Zunahme der Verschuldung erreicht worden. Jetzt sind es nicht mehr
die Hausbaukredite sondern die Kredite des Staates, die das vom Konsum
getriebene Wirtschaftswachstum ankurbeln. Auch die Konsumkredite der privaten
Haushalte steigen seit einigen Monaten wieder. Damit geht die US-Wirtschaft
weiter den griechischen Weg. Sie begünstigt Wirtschaftsstrukturen im Handel und
im Dienstleistungssektor, die davon leben, dass im Ausland hergestellte Waren verkauft
bzw. gewartet werden. Der produktive Sektor bleibt dagegen weiter schwach.
Sobald die Regierung nach der im November stattfindenden Wahl versucht, ihr
Haushaltsdefizit zu senken, wird sie eine neue Rezession heraufbeschwören. Dann
muss wieder neuer Kredit aufgenommen werden und so weiter und sofort.
Irgendwann wird diese Spirale durchbrochen. Es wird auf eine Konfrontation
zwischen Inflationsbefürwortern und Inflationsgegnern kommen. Diese Zuspitzung
erwarte ich aber frühestens im kommenden Jahr.

Die vorübergehend bessere Lage in den USA kommt auch vielen
Schwellenländern entgegen. Denn dort kam es zuletzt auch zu einem Abklingen des
Wirtschaftswachstums. Besonders China ist von ausgabefreudigen Konsumenten in
Europa und den USA abhängig.

2012 könnte also ein Zwischenhoch an den Aktienmärkten
bringen. Ich erwarte jedoch, dass ein neuer Abschwung nur eine Frage der Zeit
ist. Ich gehe auch davon aus, dass Italien seinen Haushalt trotz schlechter
Konjunktur in den Griff bekommen kann. Für Griechenland und auch für Portugal
sehe ich allerdings schwarz.

Spätestens 2013/2014 dürfte es eine Reihe von
interessanten Einstiegsmöglichkeiten an einigen Aktienmärkten geben. Bis dahin
plane ich, die insgesamt immer noch recht sicherheitsorientierte Anlagepolitik
in beiden Guliver Demografie Fonds weiter beizubehalten.

Guliver Demografie Sicherheit

Beim Guliver Demografie Sicherheit hat sich durch den
kräftigen Anstieg der Kurse bei vielen Anleihen eine Situation ergeben, die
vorübergehend eine niedrigere Ausschüttung in den Jahren 2013 und vielleicht
auch 2014 wahrscheinlicher macht (leicht unter 3 Prozent). Mit dem Kauf von
höherverzinslichen Anleihen möchte ich der aktuellen Situation aber lieber noch
warten. Dafür wurden, anders als geplant, zuletzt recht hohe Kursgewinne
erzielt.

Montag, 2. Januar 2012

Guter Dezember beendet erfolgreiches Jahr

Es war nicht einfach dieses 2011. Erst redeten alle von steigenden Zinsen und möglichen Aktien-Höchstständen im Herbst, dann leiteten überraschend schlechte Arbeitsmarktdaten aus den USA (die übrigens falsch waren und zwei Monate später deutlich nach oben korrigiert werden mussten) einen der heftigsten Kursstürze beim DAX seit Jahren und anderen Aktien-Indices ein. Der DAX verlor innerhalb weniger Wochen über 2.700 Punkte und konnte sich von diesem Schock bis zum Schluss nicht erholen. Da wir mit unseren Guliver Demografie Fonds überweigend in sicheren Anleihen investiert waren, erlebten unsere Kunden ein spiegelbildliches 2011: Erst gings runter, dann gings hoch und am Ende steht ein schönes Plus. Im Dezember konnten wir unsere Gewinne noch einmal deutlich ausbauen. So schließen beide Demografie Fonds mit dem höchsten Monatsendwert 2011.

2011 (in €):  DAX -14,7%  /  Dow Jones: +9,6%   /   Nikkei: -10,8%   /   MSCI Emerging Markets: -18,0%   /   Bundesanleihen: +13,7%   /   US-Staatsanleihen: +20,1%   /   Gold: +13,5%   /   Kupfer: -22,7%   /   Öl: +16,2%   /   Silber: -6,6%   /   Guliver D. Sicherheit: +6,0%   /   Guliver D. Wachstum: +4,4%
(Quelle: FAZ)

Doch 2011 ist nun ja schon wieder kalter Kaffee von gestern und wer interessiert sich schon für kalten Kaffee? Ein neues Jahr hat inzwischen begonnen, das um keinen Deut langweiliger werden dürfte. Es stehen eine Reihe von Krisen auf der Tagesordnung, deren Dramatik eher noch zunehmen dürfte. Nicht nur der Euro wird uns in diesem Jahr auf Trapp halten. Auch in China hat sich eine riesige Tsunami-Spekulations-Welle aufgebaut, die 2012 oder 2013 platzen könnte. Iran, Ägypten, Tunesien (u.a. arabische Staaten), Syrien, Vietnam, Chile und am Ende des Jahres die Präsidentschaftswahlen in den USA werden die Finanzmärkte politisch beeinflussen. Dabei läuft es derzeit in Deutschland und zunehmend auch wieder in den USA recht gut. Weltweit könnten die Unternehmensgewinne gegenüber dem Rekordjahr 2011 noch zulegen.

Es ist durchaus schon Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, aber bis zum Ausgang ist es noch weit und es liegt viel Geröll im Weg. Ich freu mich auf dieses neue Jahr, kann aber eine gewisse Anspannung meiner Nerven nicht leugnen…

Freitag, 30. Dezember 2011

Radio B2 servicethema finanzen

Informationen zur Radio-B2-Sendung “Servicethema Finanzen” mit Guido Lingnau, das Radio-B2-Musterdepot und Mitschnitte der Sendungen gibt es hier: Link

Neues von Guido Lingnau auch bei Facebook: Link

Freitag, 18. November 2011

Unsichere Zeiten verlangen sichere Anlagekonzepte

Die europäische Staatsschuldenkrise geht weiter ihren scheinbar unaufhaltsamen Weg. Die Zinsen, die von den hochverschuldeten Euro-Staaten zu zahlen sind, steigen immer weiter an. Giechenland ist mehr oder weniger schon abgeschrieben und wie in einem bereits vor langer Zeit verfasstem Drehbuch bewegt sich Italien in Richtung Rettungsschirm. Auch die Folgen einer vielleicht anstehenden Finanzierung der italienischen Staatsschulden durch den EFSF werden bereits in den Kursen von französischen, österreichischen oder niederländischen Staatsanleihen sichtbar. Einzig deutsche Bundesanleihen halten ihren hohen Kurs.

Für Anleger sind dies alles andere als paradiesische Zustände. Die möglichen Zukunftsszenarien liegen so weit auseinander, dass auch ein Diversifikation (Streuung) der Anlagen wenig bringt. Denn nur wenn man in einer solchen Phase sich für ein bestimmtes Zukunftsszenario entscheidet und damit dann auch richtig liegt, wird man einen Gewinn erzielen können.

Um diesem Wahlrisiko zu entgehen, entscheiden sich immer mehr große und kleine Investoren dafür, ihre Werpapiere zu verkaufen und erst einmal auf Tagesgeldkonten oder in kurzlaufenden Bundesanleihen zu parken. Die Kassehaltung dürfte also erst einmal wieder Vorrang haben. Doch auf dem Tagesgeld oder anderen sicheren Kurzfristanlagen gibt es derzeit fast keine Zinsen. Der Realzins (nach Inflation) ist sogar deutlich negativ. Der Anlagenotstand steigt somit weiter an und gerade in solchen Phasen ergeben sich dann die besten Chancen.

Beim Guliver Demografie Sicherheit halten wir die Struktur weitestgehend. Es gab seit Juli einen Einstieg in Aktien. Die Quote liegt nun bei etwa 5 Prozent und soll erst einmal nicht weiter erhöht werden. Die Zielaktienquote liegt bei 7,5 Prozent.

Beim Guliver Demografie Wachstum haben wir die Aktienquote auf 20 Prozent (plus 3 Prozent Goldminen) nochmals leicht erhöht. Es ist nicht geplant, diese demnächst weiter anzuheben. Die Ziel-Aktienquote leigt bei 40 Prozent plus 10 Prozent Goldminen. Die Anlagen in Bundesanleihen-ETFs liegt nur noch bei etwa 33 Prozent und wurde deutlich reduziert. Erstmals seit längerer Zeit halten wir einen höhere Kassebestand von über 5 Prozent. Damit haben wir die Möglichekit, bei bietenden Gelegenheiten zuzulangen.

Mittwoch, 2. November 2011

Keine Volksabstimmung in Griechenland

Der folgende Artikel wurde vor der Rücknahme der Volksabstimmung verfasst und ist vom Sinn immer noch gültig

So schnell kann es gehen. Gerade noch freuten sich die Aktienmärkte mit den Politikern der Euro-Staaten über ein großes neues Rettungspaket und schon machen die Griechen hinter diesen Plan ein großes Fragezeichen. Grundsätzlich kann man es ja nur begrüßen, wenn das Volk über ein so weitgehendes Sparprogramm abstimmen soll, wie es Griechenland zum wiederholten Male auferlegt bekommen hat. Auch wir Deutschen hätten wohl gern über das Rettungsprogramm abgestimmt. Was die erneute Unsicherheit anfeuert, ist aber vor allem die Unberechenbarkeit griechischer Politik.

Es hatten sich ja schon Ende der letzten Woche immer mehr kritische Stimmen zum Rettungsprogramm gemeldet. Der vereinbarte Hebel für den Rettungsfonds dürfte kaum zum gewünschten Ergebnis führen und der erzwungen-freiwillige Forderungsverzicht der Banken (und anderer privater Gläubiger) hätte wesentliche Grundprinzipien unserer Verfassung in Frage gestellt.

Wie kann man „privaten Gläubigern“ 50 Prozent ihres Geldes wegnehmen, während „öffentlichen Gläubigern“ 100 Prozent zurückgezahlt werden. Da viele Banken mit diesem „Forderungsverzicht“ ihr Eigenkapital zu einem großen Teil dafür opfern müssten (und damit enteignet würden), kommen die Staaten dann mit Steuermilliarden und rekapitalisieren die griechischen Banken, um die griechischen Bankguthaben zu 100 Prozent zu retten. Denn die würden sonst auch beschnitten werden. Auf Deutsch gesagt, diejenigen Griechen, die in den letzten Jahren von der Schuldenpolitik profitiert haben und ein hohes Guthaben haben anhäufen können, werden mit deutschen Steuergeldern und mit dem Eigenkapital (Eigentum) der europäischen Bankaktienbesitzer gefüttert und dürfen ihren Profit aus einer betrügerischen Politik behalten. Super! Auch innerhalb der griechischen Gesellschaft kann das nur böses Blut geben.

Griechenland ist pleite. Das ist ein Fakt, der sich nicht länger verschleiern lässt. Jeder Versuch einen griechischen Staatsbankrott weiter in die Zukunft zu verschieben, wird die Probleme weiter vergrößern. Der Euro war schlecht vorbereitet und das sehen jetzt auch die Nichtökonomen. Es gibt in diesem unausgegorenen System keinen Ersatz für eine nationale Zins- und Geldmengenpolitik. Es gibt keine Möglichkeit nationale Fehltritte ohne Mithaftung der anderen Euro-Staaten abzuwickeln. Griechenland, Portugal und Italien auf der einen Seite und Spanien und Irland auf der anderen Seite zeigen die Folgen der schlechten Euro-Vorbereitung. Ob diese Versäumnisse durch Nachbesserungen zu beseitigen sind? Derzeit sieht es nicht danach aus.

Montag, 24. Oktober 2011

Risikobereitschaft nimmt wieder zu

Die ersten Quartalsergebnisse zum 3. Quartal haben bisher über den Erwartungen gelegen, der Euro-Rettungsschirm soll nun endlich die Risiken einer ausufernden Euro-Krise beseitigen und aus China kam dann heute noch eine gute Konjunkturnachricht. Die im Sommer eingebrochenen Aktienkurse konnten den in den letzten Tagen begonnen Aufschwung fortsetzen und dementsprechend waren sichere Bundesanleihen weniger gefragt.

So mussten unsere beiden Guliver Demografie Fonds im Oktober einen Teil der seit April erzielten Gewinne wieder hergeben. Dämpfend auf den Kursrückgang haben sich aber die im September gekauften Aktienfonds ausgewirkt.

Die Frage lautet jetzt, wie die Anleger weltweit auf die Ergebnisse der Eurorettungsmaßnahmen reagieren werden, die für Mittwoch anstehen. Die meisten Experten rechnen mit einem nur kurzfristigen Anstieg der Aktienkurse, denn die Schuldenprobleme sind mit dem Rettungsfonds ja nicht gelöst. Wird die Sparbereitschaft der Italiener nicht nachlassen, wenn klar wird, dass die anderen Euro-Länder für Italien einstehen werden?

Noch viel wichtiger finde ich die Frage, ob die Franzosen nicht demnächst unter Beschuss geraten. Dort hat der Wahlkampf für die 2012 stattfindenden Präsidentschaftswahlen begonnen. Frankreich lässt derzeit keine Sparbemühungen erkennen (wie Deutschland) und ein ausgeglichener Haushalt ist in Frankreich noch nicht einmal erklärtes politisches Ziel. Frankreich wird im kommenden Jahr wahrscheinlich das höchste Defizit der großen Euro-Staaten ausweisen. Mir ahnt Schlimmes, wenn die Sozialisten den nächsten Präsidenten stellen und danach sieht es ja aus.

Die Eurokrise ist also auch mit einem gigantischem Rettungsschirm noch lange nicht vom Tisch. Aber vielleicht (hoffentlich) irre ich mich ja auch.

Derweil haben Schwellenländer wie Brasilien, die Türkei oder Indien die ersten Maßnahmen gegen eine Konjunkturabkühlung getroffen. Auch in China werden wohl die Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation gegen Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen ausgetauscht. Es könnte sich also lohnen, die Beteiligung an Aktien- und Rentenfonds aus Schwellenländern weiter vorsichtig zu erhöhen. Langfristig sind Anlagen in den Schwellenländern (mit Ausnahme China) vielleicht die beste Möglichkeit, sich gegen die wachsenden Unsicherheiten in Europa, den USA und Japan zu schützen. Die Welt hat sich wirklich verändert.


Raiffeisen EmergingMarkets-Aktien (schwarze Linie) gegen DAX (blaue Linie)

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