Mit meinen Brüdern Marcel und Stephan bin ich Gesellschafter und Geschäftsführer von Guliver.

Meine Aufgabenbereiche sind: Marktanalyse, Management unserer Vermögensbausteine und Auswahl unserer Empfehlungen, Öffentlichkeitsarbeit, Kundenberatung. Mein zeitaufwendigster Arbeitsbereich ist die Erforschung des Einflusses der Demografie (Alterstruktur) auf unser Leben und damit auch auf Wirtschaft, Finanzmärkte und Gesellschaft.

Guido Lingnau, Berlin

Mittwoch, 25. August 2010

Nr. 122 Alles läuft nach Plan

Keiner kennt das Morgen, auch ich nicht. Wir kennen aber das Gestern und Vorgestern. Für unsere Anlagestrategie heißt das, dass per heute unsere Annahmen vom letzten Jahr bestätigt wurden. Der Plan seit der Umstellung unserer Anlagestrategie auf demografische Signale sah eine zunehmende Nachfrage nach als sicher geltenden Staatsanleihen vor. Das Vorbild war die Entwicklung von Japan in den 90er Jahren. Japan hatte (wie Finnland und Schweden) bereits seit ca. 1989 mit der älter werdenden Bevölkerung zu kämpfen. Die Sparrate stieg weiter an während die Risikobereitschaft und die Investitionsbereitschaft abnahmen. Im Ergebnis sinken seit 1990 die Aktien- und Immobilienpreise. Mehrfach kam es zu Bankenkrisen.

Die deutschen Babyboomer sind ca. 15 Jahre jünger als die japanischen.  Deutschland ist wie Japan ein Exportland und ein Land der Sparer. Daher habe ich mir die Entwicklung der japanischen Finanzmärkte seit 1990 mehrfach genau angesehen und kann recht eindeutige Übereinstimmungen mit Deutschland finden, wenn man die Zeitachse um das in Deutschland jüngere Alter der Babyboomer verschiebt, also um ca. 15 Jahre.

Die beiden Chart-Diagramme zeigen die Entwicklung der Renditen der 10jährigen japanischen und deutschen Staatsanleihen. Man kann in beiden Charts einen Trend zu niedrigeren Renditen erkennen. In Japan kam es 1990 noch einmal zu einem Renditeanstieg. Dieser war aber weltweit zu beobachten gewesen und hatte wenig mit dem gleichzeitigen Hoch an den japanischen Aktien- und Immobilienmärkten zu tun. Dann ging es mit den Renditen mehr als achte Jahre bergab. 10jährige japanische Staatsanleihen brachten dann während der Asienkrise 1998 nur noch weniger als 1% Rendite pro Jahr. In den darauf folgenden zwölf Jahren bis heute blieb die Rendite auch bei guter Konjunktur bei unter 2%. Aktuell sind es 0,95%. Im Japan-Chart grün dargestellt ist die Entwicklung, wie sie Deutschland bis heute bereits nachvollzogen hat. Die blaue Linie zeigt den weiteren Renditerückgang bis 1998 und entspricht meiner Erwartung, dass auch die deutschen 10-Jahres-Renditen noch weiter fallen werden.

Die 10-Jahres-Renditen für deutsche Bundesanleihen sind bereits von ca. 3,5% im Juni letzten Jahres auf 2,15% gefallen. Der Plan sieht einen Rückgang auf mindestens 1,5% vor. Der größte Teil der Kursgewinne wäre damit bereits eingefahren.

Was kommt noch?

Wir setzen derzeit vor allem beim Guliver Wachstum auf Laufzeiten von deutlich über 10 Jahren. Dort liegen die Renditen für Bundesanleihen noch bei 2,8%. Fallen auch in den sehr langen Laufzeitbereichen die Renditen, z.B. auf ca. 1,8%, winken nochmals Kursgewinne von über 15% plus Zinsen. Ein solches Rendite-Tief dürfte mit einem erneuten Einbruch bei Aktien zusammentreffen und uns dann günstige Kurse zum Wiedereinstieg in interessante Aktienmärkte bringen.

Für ein weiteres positives Umfeld für unsere Anlagestrategie sprechen auch die neuesten Daten aus den USA. Dort gab ein wichtiger Indikator in der letzten Woche erstmals ein Rezessionssignal (PhiliFed-Index) und die Zahl der neuen Arbeitslosen erreichte den höchsten Stand in diesem Jahr. Auch aus Japan und China kommen immer schlechtere Konjunkturaussichten. Deutschland scheint als einzige große Volkswirtschaft überdurchschnittlich zu wachsen. Doch auch hier ist Vorsicht angebracht. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg zwar heute erneut an, aber die Erwartungen gingen leicht zurück. Ähnlich sah der Ifo im Sommer 2007 aus. Was danach folgte, ist ja allen bekannt.


Mittwoch, 18. August 2010

Nr. 121 Ansturm auf sichere Anleihen

Nach der Entscheidung der US-Notenbank, nun doch wieder US-Staatsanleihen zu kaufen, um die Zinsen weiter niedrig zu halten, kam es zu einem regelrechten Ansturm auf sichere Staatsanleihen weltweit. Für deutsche Bundesanleihen stiegen die Kurse so hoch, dass die Renditen auf ein Allzeittief sanken.

Anleiheinvestoren gelten als eine sich besonders schnell auf neue Entwicklungen einstellende Investorengruppe. So erreichten in der Finanzkrise die sicheren Staatsanleihen bereits im Dezember 2008 ihre Höchstkurse, während die Aktien noch bis Anfang März 2009 weiter fielen. Derzeit fallen die Renditen bereits kräftigst, obwohl die Aktien noch nichts von großer Krise erkennen lassen. Sind die Anleiheinvestoren den Aktionären wieder zwei, drei Monate voraus? Dann wären die noch hohen Aktienkurse jetzt ein guter Ausstiegszeitpunkt.

Unsere vermögensverwaltenden Fonds Guliver Sicherheit und Guliver Wachstum haben derweil ihr Jahresplus weiter ausgebaut. Seit Jahresanfang liegt der Guliver Sicherheit nun mit 11,00% und der Guliver Wachstum mit 13,35% im Plus.

Mittwoch, 4. August 2010

Monatsbericht Juli

Den aktuellen Bericht zu unseren vermögensverwaltenden Fonds Guliver Sicherheit und Guliver Wachstum erhalten Sie als PDF-Dokument hier.