Mit meinen Brüdern Marcel und Stephan bin ich Gesellschafter und Geschäftsführer von Guliver.

Meine Aufgabenbereiche sind: Marktanalyse, Management unserer Vermögensbausteine und Auswahl unserer Empfehlungen, Öffentlichkeitsarbeit, Kundenberatung. Mein zeitaufwendigster Arbeitsbereich ist die Erforschung des Einflusses der Demografie (Alterstruktur) auf unser Leben und damit auch auf Wirtschaft, Finanzmärkte und Gesellschaft.

Guido Lingnau, Berlin

Montag, 15. April 2013

Preiseinbruch bei Gold und anderen Edelmetallen: Wir kaufen

Am letzten Freitag begannen die Preise für Edelmetalle einen sehr lange nicht mehr gesehenen Kursabschwung. Schon seit dem Hoch vom September 2011 ging es mit dem Goldkurs unter Schwankungen abwärts. Bei Kursen von über 1.900 Dollar je Feinunce hatten sich wohl auch viele Spekulanten reichlich mit Gold eingedeckt und gehofft, dass der Goldkurs schnell die Marke von 2.000 Dollar überwindet und weiter steigt. Doch wenn fast alle nur noch an steigende Kurse glauben, kommt es meist ganz anders. Wir hatten damals erstmals Gewinne mitgenommen und einen Teil der Gold-Anlagen verkauft, was sich als richtig erwiesen hat.

Am Freitag sorgten dann Meldungen über einen möglichen Verkauf der Goldreserven von Zypern für schwache Goldnotierungen. In den schwachen Markt und die zunehmende Ungeduld vieler Spekulanten kam dann Goldman Sachs mit der Aussage, der Goldkurs werde im kommenden Jahr auf nur noch 1.200 Dollar je Feinunce fallen und sorgte damit für einen regelrechten Kurseinbruch (an dem die Goldmänner wahrscheinlich wieder einmal ausgezeichnet verdient haben dürften…). In diesen Minuten steht der Goldpreis bei 1.378 Dollar, das sind 210 Dollar weniger als am letzten Donnerstag.

Dieser Kursrückgang wird auch unsere Fonds treffen. Der Abschlag wird in den morgen Abend veröffentlichten Kursen sichtbar werden. Ich erwarte einen Kursrückgang von bis zu 2 Prozent, da die anderen Anlagen den Kursrückgang beim Gold nicht auffangen konnten.

Grundsätzlich bestehen aber alle fundamentalen Gründe für einen starken Goldpreis weiter. Sie nehmen mit der Geldvermehrung der meisten großen Notenbanken (Japan!) sogar täglich zu. Längerfristig gehen wir daher weiter von einem starken Anstieg beim Goldpreis aus (Kursziel: 5.000 US-Dollar je Unce). Darum haben wir heute die niedrigen Kurse für neue Goldkäufe genutzt. Dabei haben wir noch nicht all unser Pulver verschossen. Sollte der Goldpreis weiter nachgeben, könnten wir also weitere Käufe zu Schnäppchenkursen tätigen.

 

Donnerstag, 4. April 2013

Das erste Quartal 2013

Der Guliver D. Wachstum erzielte am 27. März 2013 den höchsten Stand seit Einführung der Demografie-Strategie. Der Guliver D. Sicherheit schrammte knapp an einem neuen Allzeithoch vorbei und beendete das erste Quartal 2013 mit einem kleinen Minus von 0,5 Prozent. Zum 31. März endete auch das offizielle Geschäftsjahr 2012/13 der Guliver Demografie Fonds. Der Guliver D. Wachstum konnte ein Plus von 6,5 Prozent erzielen, für den Guliver D. Sicherheit waren es plus 5,2 Prozent.

Marktbericht

Euroschuldenkrise: Seit Juli letzten Jahres war kaum noch etwas von der Euro-Schuldenkrise zu hören gewesen. Medien und Anleger waren der Krise überdrüssig und da es keine gravierenden Hiobsbotschaften mehr zu vermelden gab, kehrte der lange vermisste Optimismus an die Börsen zurück. Der DAX schaffte es nach 2000 und 2007 das dritte Mal über die Marke von 8.000 Punkten und in den USA konnte der Dow Jons Index sogar ein neues Allzeithoch erzielen. Italien und Zypern waren bisher nur ein kurzes Störfeuer.

Unserer Meinung nach ist diese Ruhe, die Ruhe vor dem nächsten Sturm. Besonders besorgniserregend sind die Entwicklungen in Frankreich. Frankreich nähert sich jetzt auch der demografischen Klippe, an der typischerweise schwere Finanzkrisen auftreten. Die seit einigen Monaten zu beobachtenden Wirtschaftsdaten entsprechen unseren demografischen Theorien. Der Euro könnte im Sog eines chaotischen Frankreichs schneller sein Ende finden, als praktisch alle Experten es derzeit erwarten.

Geldflut in Japan: Die Bereitschaft der großen Notenbanken künftig jede neue Krise mit dem Druck von neuem Geld zu ersticken erreicht in diesen Tagen ihren Höhepunkt in Japan. Dort soll Inflation mit der Brechstange erzeugt werden. Da der bisherige Chef der „unabhängigen“ japanischen Notenbank das nicht mitmachen wollte, wurde er durch einen Folgsameren ersetzt. Die japanische Notenbank wird ab sofort Unmengen an Staatsanleihen aufkaufen, den Yen drücken und mit einer höheren Inflation die Staatsschulden entwerten. Das offizielle Ziel von 2 Prozent Inflation wird auch aus demografischen Gründen sehr schnell und deutlich übertroffen werden. Doch die Zinsen werden weiter sehr niedrig bleiben. Ein Horrorszenario für Banksparer. An der Entwicklung in Japan, das uns demografisch gesehen ca. 15 Jahre voraus ist, können wir gut ablesen, was auf uns zukommt, wenn die Staatsschulden nicht nachhaltig abgebaut werden.

Lichtblick USA: Aufgrund einer höheren Geburtenrate als in anderen Industrieländern und vielen jungen Einwanderern bessert sich das demografische Bild der USA. Schon seit 2010 bilden bei den Männern die Jüngeren wieder die größte Altersgruppe (Anfang 20). Ab 2015 sollen nach den aktuellen Vorausberechnungen des US-Cenus Bureau auch bei der Gesamtgruppe (Männer und Frauen) die Jüngeren die Mehrheit bilden. Da vor allem junge Männer innovationsfördern sind und Innovationen der Haupttreiber für die Aktienmärkte sind, könnte auch diesmal wieder die Demografie dafür verantwortlich sein, dass die US-Aktienmärkte sich in den letzten Jahren besser entwickelt haben als z.B. der deutsche DAX. US-Aktien kommen jedenfalls jetzt auf unsere Beobachtungsliste und wir werden gezielt interessante Langfristanlagen mit Schwerpunkt USA vor allem für den Guliver D. Wachstum suchen.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: U.S. Census Bureau, International Data Base

Donnerstag, 4. April 2013

30. Guliver- Investmentabend und Radiosendung

Sie sind herzlich eingeladen, zum 30. Guliver Investmentabend am Dienstag, den 14. Mai 2013 ab 19.00 Uhr. Mehr Infos

Guido Lingnau life im Radio: Nächste Sendung am Dienstag, 07. Mai 2013 ab 11.00 Uhr. Mehr Infos

Dienstag, 26. Februar 2013

Italien hat gewählt

Italien hat gewählt und die Finanzmärkte (nicht nur) sind entsetzt über das Ergebnis. Zwei Populisten (Grillo und Berlusconi) erhalten zusammen ca. 54 Prozent der Stimmen. Bersani und Monti kommen mit einem halbwegs seriösen Politikansatz zusammen auf nur 41 Prozent. Das wird, so eine traurige  Möglichkeit, Berlusconi ermutigen auf eine schnelle Neuwahl hinzuarbeiten um dann mit noch wahnwitzigeren Versprechungen wieder als Gewinner eine neue Regierung bilden zu können.


DAX im Wochenvergleich

Die Folgen für das Vertrauen in den Euro sind heute schon fatal. Noch halten sich die Reaktionen der Finanzmärkte in Grenzen. Der DAX notiert heute Morgen kurz vor 10.00 Uhr bei 7.633 Punkten (Jahresschluss 2012: 6.012 Punkte) und der Euro hält sich über dem Wert vom Jahresbeginn.

Auf der Gewinnerseite finden sich die in diesem Jahr bisher vernachlässigten eher sicherheitsorientierten Anlagen. So gewinnen Bundesanleihen deutlich und auch der Goldpreis steigt etwas an. Diese beiden Anlagen, die sehr stark in unseren Guliver Demografie Fonds vertreten sind, sind seit Jahresanfang  aber immer noch leicht im Minus.

Wie es an den Börsen weitergehen wird, ist derzeit völlig offen. Man sollte bei aller schlechten Laune nicht vergessen, dass an der Spitze der Europäischen Notenbank ein Italiener Namens Mario Draghi sitzt. Der hat mit klaren Worten schon einmal die Finanzmärkte beruhigen können und wird wohl auch dieses Mal wieder ähnliche Signale aussenden.

Mindestens ebenso wichtig, wie die Situation in Italien, sind die wirtschaftlichen Entwicklungen in den großen Wirtschaftsnationen. Und da gab es aus den USA, Deutschland, Großbritannien, Japan und auch wieder aus China zuletzt eher schlechte Nachrichten. Und daher bleiben wir weiter vorsichtig bei der Ausrichtung der Guliver Demografie Fonds.

Freitag, 8. Februar 2013

Mit ruhiger Hand und viel Geduld auf die nächsten Chancen warten

Unsere Strategie kombiniert weltweite Langfristtrends an den Aktien-, Anleihe-, Währungs- Immobilien und Edelmetallmärkten. Das reduziert die Kursschwankungen und wenn wir mit unserer Auswahl der Trends richtig liegen, werden über einen mittleren und erst recht längeren Zeitraum überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt. Doch nicht immer werden vorübergehende Kursrückschläge in einigen Anlagen von anderen Anlagen aufgefangen. So konnten und können auch immer wieder Phasen auftreten, in denen der Kurs unserer Fonds stagniert oder sich rückwärts bewegt.

So auch zurzeit. Nach einem hervorragenden Jahr 2012 begann 2013 etwas holprig. Der starke Anstieg der Aktienkurse am ersten Handelstag des neuen Jahres ist inzwischen fast wieder aufgezehrt. Die sicheren Anleihen haben den Kursanstieg der letzten beiden Handelstage im alten Jahr auch gleich wieder zurückgenommen. Und durch den weiter festen Euro erzielten fast alle Fremdwährungsbestände teilweise recht deutlich Rückgänge. Gold und Immobilien veränderten sich bisher kaum. Insgesamt sind derzeit unsere beiden Fonds ca. 1,5 Prozent im Minus.

Diese Entwicklung ist nicht außergewöhnlich und kommt vor allem auch dadurch zustande, dass wir eine weitere scharfe Krise an den Finanzmärkten in den kommenden drei Jahren erwarten. Daher sind sichere Anleihen und ausländische Währungen sehr stark in unseren Fonds gewichtet. Die Aufstellung hatte sich schon 2011 bewährt, als der DAX innerhalb weniger Tage über 30 Prozent an Wert verlor und unsere Fonds beide ca. zehn Prozent zulegen konnten.

In diesem Jahr ist die Nachfrage nach unseren Fonds auch außerhalb von Guliver gestiegen. Seit Anfang Januar sind bereits mehr als 3 Millionen Euro vor allem in den Guliver Demografie Wachstum geflossen. Ein Teil der Gelder wurde schon wieder investiert. So wurde der Anteil sicherer Euro-Anleihen erhöht und ein Fonds für Anleihen in Schwellenländern gekauft. Die Aktienquote wurde durch den Verkauf von Aktienfondsanteilen aus Indien und der Türkei reduziert.

Beim Guliver Demografie Sicherheit wurde der Türkei-Anteil nach einem Plus von mehr als 60 Prozent im letzten Jahr wieder auf das ursprüngliche Maß zurückgenommen. Getauscht haben wir eine US-Dollar-Anleihe der KfW in eine US-Dollar-Türkei-Anleihe um den Zinsertrag wieder etwas zu erhöhen. Der Kauf einer Brasilien-Anleihe in lokaler Währung diente ebenfalls der Erhöhung der laufenden Zinseinnahmen, da in Brasilien für langlaufende Anleihen noch Zinsen von über 7 Prozent bezahlt werden.

Die Festlegung der Struktur in unseren Fonds ist derzeit eine wahre Geduldsfrage. Es sieht so aus, als könnte 2013 noch einmal ein gutes Aktienjahr werden, von dem wir aufgrund unserer vorsichtigen Einstellung nur unterdurchschnittlich profitieren würden. Die Krisensignale unserer langfristigen Aussichten nehmen aber deutlich zu und das heißt, dass wir für dieses Jahr möglichst wenig erwarten sollten. Die Vermeidung unnötiger Risiken steht bis zur nächsten Rezession an vorderster Stelle. Unsere Stärke wird sich in der nächsten Krisensituation zeigen und dann erwarten wir sowohl gute Einstiegsmöglichkeiten als auch einige Jahre mit guten Chancen bei risikoreicheren Anlagen. 

Mittwoch, 2. Januar 2013

Vermögensverwalter des Jahres 2013

Guliver wurde vom FINANZEN-Verlag (€uro und €uro am Sonntag) mit dem dritten Platz in der
Rubrik “Vermögensverwalter des Jahres” ausgezeichnet.

Die Verleihung des Preises erfolgte auf der “Finanzen Nacht” am 25. Januar 2013 in München.

 

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Freitag, 14. Dezember 2012

Guliver Demografie Sicherheit auch 2013 mit hoher Ausschüttung

Kurz vor Jahresschluss gab es einige kleinere Änderungen beim Guliver Demografie Sicherheit. Die zuletzt recht hohen Mittelzuflüsse wurden in eine Anleihe des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen mit einer Laufzeit bis 2028 investiert. Verkauft wurde ein Teil der Anleihe der Landwirtschaftlichen Rentenbank mit einer Laufzeit bis 2017, die aufgrund von Kursgewinnen nur noch eine Rendite von 0,6 Prozent pro Jahr aufwies.

Verkauft wurde ebenfalls unsere Beteiligung an der GSW-Immobilien AG. Hier hatten wir im Mai diesen Jahres ca. 200.000 Euro investiert. Der Verkaufsbetrag lag bei ca. 275.000 Euro. Die Aktie ist gemessen an ihrem inneren Wert aus unserer Sicht zu teuer geworden. Daher wurde die eigentlich langfristig geplante Investition verkauft.

Neu im Portfolio ist die Prime Office Immobilien AG. Hier wurden ca. 128.000 Euro ausgegeben. Die Aktie notiert derzeit 60 Prozent unter Buchwert. Grund für diese niedrige Bewertung sind auslaufende Mietverträge in zwei wichtigen Immobilien. Wir halten den Kursabschlag für zu hoch und setzen auf deutliche Kursgewinne bei einer Neuvermietung der Flächen. Außerdem winkt eine Dividendenrendite von 5 bis 7 Prozent. Dieser Wert wurde auch für den Guliver Demografie Wachstum erworben.

Durch Kursgewinne und Neuanlagen ist das in den beiden Guliver Demografie Fonds verwaltete Vermögen erstmals seit der Finanzmarktkrise auf über 28 Mio. Euro gestiegen. Zum Jahresanfang lag dieser Wert noch bei 25,16 Mio. Euro. Die Ausschüttung für den Guliver Demografie Sicherheit wird im Sommer 2013 voraussichtlich 3,60 Euro je Anteil betragen.

Dienstag, 13. November 2012

Lebensversicherungen jetzt wegen Gesetzesänderung kündigen?

Zeitgleich mit der Einführung der Unisex-Tarife (21.12.2012) ändern sich auch die Auszahlungsbedingungen für ablaufende und gekündigte Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen. Um die Versicherungsunternehmen vor künftigen Problemen wegen der derzeitigen Niedrigzinsphase zu schützen, brauchen die Versicherer Kursgewinne bei Anleihen künftig nicht mehr an ihre Kunden auszahlen und können mit Hilfe dieser “Bewertungsreserven” die Garantiezinsen künftig leichter erwirtschaften. Bisher musste mindestens die Hälfte dieser Bewertungsreserven bei Vertragsende an die Kunden ausgezahlt werden.

Beispiel:

Für unsere Guliver Demografie Fonds wurden im Mai 2009 Bundesanleihen mit einer Verzinsung von 4% zu einem Kurs von 91,00 gekauft. Da Anleihen i.d.R. zu 100 zurück gezahlt werden, ergab sich eine Rendite von ca. 4,5% pro Jahr (Zins + Kursgewinn). Das war damals der Marktzins für sichere Anleihen mit sehr langer Laufzeit (diese Anleihe hatte eine Laufzeit von 28 Jahren). Inzwischen sind die Zinsen massiv gefallen. Für sehr lang laufende Bundesanleihen liegen sie derzeit bei ca. 2,1% pro Jahr. Dementsprechend sind die Kurse für alte Anleihen mit noch hohen Zinsen deutlich gestiegen. Diese hier erwähnte Anleihe kostet heute Morgen 134,86, ein Kursgewinn von 48%.

Für Anleger unserer Fonds wird dieser Kursgewinn sofort und in voller Höhe gutgeschrieben.

Für Lebensversicherungs- und Rentenversicherungs-Kunden erfolgt während der Vertragslaufzeit nur die Gutschrift von Zinsen und realisierten Kursgewinnen. Laufende Kursgewinne werden bisher erst bei Vertragsauflösung dem Kunden gutgeschrieben. Aber nicht in voller Höhe sondern nur zur Hälfte.

Ab dem 21. Dezember 2012 bekommen Kunden bei Vertragsende keine Anteile an den Kursgewinnen mehr ausbezahlt. Ob das vor dem Verfassungsgericht Bestand haben wird, ist fraglich. Denn damit werden künftigen Kunden bereits erzielte Gewinne gutgeschrieben, während Kunden, die auch das entsprechende Risiko tragen mussten, die Ablaufleistung weiter gekürzt wird.

Inhaber von Lebens- oder Rentenversicherungen, deren Vertrag in Kürze abläuft oder die ihren Vertrag demnächst kündigen wollen, sollten überprüfen, ob sich eine Kündigung bis zum 20. Dezember 2012 lohnt.

Mehr Informationen und Tipps von Verbraucherschützern finden Sie in dem folgenden Artikel aus der FTD: Link

Dienstag, 23. Oktober 2012

Der merkwürdige Umgang der Deutschen mit Inflation

Inflation ist für unser Gehirn sehr schwer zu verstehen. Zumindest für den Teil unseres Gehirns, der für unser unbewusstes, instinktives Verstehen verantwortlich ist.

Wenn man Leute in einer Bankfiliale fragt, die sich gerade die Sparbuchzinsen haben eintragen lassen, wie hoch denn der Ertrag seit der letzten Zinsgutschrift war, dann wird man Sätze hören, wie z.B. „Mein Sparbuchertrag lag bei 100 Euro“ oder „Mein Sparbuchertrag lag bei 1,0%.“ oder „Ich habe einen Gewinn von 1,0% gemacht.“

Der Sparbuchinhaber fühlt in diesem Moment positiv, da durch die Zinsgutschrift die Zahl in seinem Sparbuch größer geworden ist. Das geht erst einmal allen normal veranlagten Menschen so. Es hat etwas mit unseren geerbten Instinkten zu tun. Unser biologisches Belohnungssystem sagt uns, ohne dass wir dafür denken müssen, MEHR ist GUT. Es wird Dopamin ausgeschüttet und wir freuen uns. (Manche ärgern sich auch immer noch über diese Minizinsen, aber daran gewöhnt man sich mit der Zeit…)

Wenn man aber unter der Zinsgutschrift auch den Wertverlust durch Inflation als Zahl dazuschreiben würde, wäre unser instinktives Belohnungssystem verwirrt. Denn dann würde da stehen: „Gewinn durch Zins 100 Euro, Wertverlust durch Inflation 210 Euro. Ihr Sparbuch hat ihnen im letzten Jahr einen realen Verlust von 110 Euro eingebracht.“

Eigentlich wissen doch aber alle, dass die Inflation derzeit höher ist, als der Zins, den wir auf unseren Sparguthaben bekommen!

Ja, wenn wir es schaffen würden logisch zu denken und vor allem logisch zu fühlen, bräuchten wir diesen Satz über den Inflationsverlust in unserem Sparbuch gar nicht. Denn fast jeder weiß, dass die Inflationsrade höher ist, als der Zins, den ich derzeit bekomme. Und wenn man die Deutschen fragt, wie sie das in Zukunft sehen, dann sagen die allermeisten, dass das auch in den nächsten Jahren so bleiben wird.

Und da haben wir wieder einmal den Beweis, dass uns unser Gehirn bei Geldangelegenheiten sehr oft im Stich lässt.

Aber viele Deutsche kaufen doch Eigentumswohnungen, um sich vor Inflation zu schützen. Sie tun damit etwas gegen Inflation.

Einige kaufen Eigentumswohnungen, weil sie vor einer Entwertung ihrer Sparguthaben Angst haben. Diese Angst führt aber wahrscheinlich auch wieder zu einer nicht guten Entscheidung. Wir haben Inflationsraten von um die 2%. Daran dürfte sich in den kommenden Jahren auch nichts Wesentliches verändern. Es sieht jetzt sogar so aus, als würde die Inflation eher wieder etwas sinken. Die Rendite von vermietetem Wohneigentum ist nach Abzug aller Kosten auch nicht höher, als der Zins bei den Banken. Der Kauf kann sogar richtig teuer werden: Grunderwerbssteuer, Notar, Grundbuchamt, Makler, Renovierungskosten und ein möglicher zwischenzeitlicher Leerstand mit anschließenden Neuvermietungskosten kosten oft mehr, als die Mietüberschüsse einbringen. Außerdem sind in den interessanten Lagen die Preise bereits stark gestiegen.

Bei einer nur moderaten Inflation eine unflexible und im Erwerb extrem teure Immobilie zu kaufen, ist wahrscheinlich wenig intelligent.

Also ist die Eigentumswohnung auch nicht die Lösung, die derzeit Sinn macht?

Die Deutschen sind da wieder einmal extrem. INFLATION heißt GELD WEG, keine Inflation heißt Geld da. Entweder Schwarz oder Weiß. So ist die aber nicht Realität. Die Realität ist grau, derzeit eher hellgrau.

Das Problem ist nicht die Höhe der Inflation. Zu DM-Zeiten war die Inflationsrate sogar meist höher als heute. Das Problem sind die niedrigen Zinsen. Ich verliere bei Sparanlagen real Geld, weil die Zinsen so niedrig sind.

Die Zinsen sind seit drei Jahren niedriger als die Inflationsrate. Woran liegt das?

Es gibt mehrere, u.a. demografische Gründe. Auch die Notenbanken sorgen für niedrige Zinsen, weil die Staaten so hoch verschuldet sind. Die Regierungen wollen nicht sparen und finden es daher ganz toll, wenn die Schulden durch Inflation kleiner werden. Das bezahlen dann die Sparer, denn ein immer größer werdender Anteil der Sparguthaben wird von den Banken in Staatskredite investiert. Die Banken verdienen damit Geld, die Regierungen werden dadurch entlastet und die Zahler sind die Sparer.

Sind Lebens- oder Rentenversicherungen eine Alternative?

Ich habe mir gestern mal ein Angebot für eine private Rentenversicherung bei einem der größten und besten Versicherer erstellen lassen. Der Garantiezins liegt jetzt für alle bei 1,75%. Nach Kosten sind das dann gerade mal 0,46%. Die Kosten liegen also bei ca. 1,3% pro Jahr. Die aktuellen Neuanlage-Renditen liegen bei nur noch leicht über 2%, sie nähern sich also der Garantieverzinsung. Es ist demnach wahrscheinlich, dass auch mit Rentenversicherungen nach Abzug der Inflationsrate eine negative Verzinsung erfolgen dürfte.

Das heißt doch aber, je länger ich mein Geld sicher anlege, desto weniger kann ich mir tatsächlich für mein Erspartes später einmal kaufen?!

Genau. Früher hat man gesagt, durch den Zinseszins erhöht man den Wert seiner Guthaben. Seit etwa 3 Jahren hat sich das umgekehrt. Der Zinseszins wird vom größten Freund zum größten Feind der Sparer.

Gibt es kein Entkommen?

Die Nachfrage nach sicheren Geldanlagen ist seit der Finanzmarktkrise so stark gestiegen, dass Banken die Zinsen so senken konnten. Beim Festzinssparen der Berliner Sparkasse und der Berliner Volksbank bekomme ich laut Berliner Zinsspiegel für 2 Jahre fest gerade noch 0,25% Zinsen. Bei der spanischen Santander gibt’s immerhin noch 2%, was aber wohl an der Situation in Spanien zu tun hat.

Was soll man jetzt tun? Was kann man tun?

An dem Verhältnis von niedrigen Zinsen und Inflation können wir alle nichts ändern. Die meisten werden sich wohl einfach daran gewöhnen und es akzeptieren, dass man für sichere Anlagen bei Versicherungen und Banken einen realen Wertverlust von ca. 1 bis 2% pro Jahr hinnehmen muss.

Ein zunehmender Teil wird es meiner Meinung nach richtig machen und sein Erspartes gut gestreut, am besten über gute Mischfonds anlegen. Hier empfehle ich unsere Guliver Demografie Fonds, die alle wesentlichen Anlageklassen berücksichtigen: Zinsanlagen, Aktien, Währungen, Immobilien und Edelmetalle (Gold). Hier kann man je nach Mischungsverhältnis noch Erträge von 3% und mehr pro Jahr erzielen.

Berlin, 23.10.2012

Der Text enthält ein leicht abgeändertes Interview von radioB2 mit Guido Lingnau.

 

Dienstag, 23. Oktober 2012

29. Investmentabend – jetzt anmelden

Am 14. November um 19.00 Uhr findet unser nächsten Invesmtentabend in den Eventpassagen am Bhf. Zoo statt. Anmeldungen tel.: 030-80585950 / per E-Mail.

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