Mit meinen Brüdern Marcel und Stephan bin ich Gesellschafter und Geschäftsführer von Guliver.

Meine Aufgabenbereiche sind: Marktanalyse, Management unserer Vermögensbausteine und Auswahl unserer Empfehlungen, Öffentlichkeitsarbeit, Kundenberatung. Mein zeitaufwendigster Arbeitsbereich ist die Erforschung des Einflusses der Demografie (Alterstruktur) auf unser Leben und damit auch auf Wirtschaft, Finanzmärkte und Gesellschaft.

Guido Lingnau, Berlin

Montag, 21. Dezember 2009

Nr. 110: Australien lohnt sich

Da es in der letzten Woche an den Finanzmärkten relativ ruhig zuging, möchte ich die Gelegenheit nutzen und zum Jahresende einen weiteren Blick in die Zukunft zu wagen.

Während es für alle westlichen Industriestaaten in den kommenden Jahren und wahrscheinlich sogar Jahrzehnten an den Aktienmärkten eher bergab gehen sollte, sticht einzig und allein Australien als Kaufkandidat heraus. Australien ist das einzige Industrieland (Westeuropa betrachtet als zusammenhängender Wirtschaftsraum), das sowohl einen GDI-A (Guliver Demografie-Indikator Aktien) von über 60% aufweist (diese Schwelle war in den vergangenen Jahrzehnten Voraussetzung für einen positiven Trend an den Aktienmärkten) als auch ein intaktes Kaufsignal der demografischen Welle.

Auch die realen Wirtschaftsdaten sprechen derzeit für Australien. Es ist das erste westliche Industrieland, das seine Zinsen wieder anheben konnte, weil die Wirtschaft wieder Tritt fasst. Australien ist auch das einzige westliche Industrieland mit einem neuen Geburtenrekord im letzten Jahr. Nach meiner Theorie sollte Australien noch relativ innovativ sein und bei den Investitionen eher mutig. Auch das ist durch Fakten nachweisbar: Ein Beleg dafür ist z.B. die Investitionsquote für den Ausbau des Internets (Breitband). Deutschland will in einem „ehrgeizigen“ Plan in den nächsten Jahren 2 Euro pro Einwohnen hierfür ausgeben, in Westeuropa sind es durchschnittlich 3 Euro, in Australien werden 1.100 Euro pro Einwohner investiert. Diese Übereinstimmung von theoretischen Annahmen unserer Demografie-Theorie und den realen Fakten kann kein Zufall sein.

Im Vergleich zu den meisten Schwellenländern sieht der australische Werte von 66 beim GDI-A jedoch eher bescheiden aus: 

Grafik2

Dass Schwellenländer nicht unbedingt ein positives demografisches Umfeld für Aktienanlagen bieten, zeigen Sambia und Angola. In beiden Ländern ist der Anteil der Kinder zu hoch um die nötigen Investitionen in Bildung und Infrastruktur zu realisieren. Chancen würden sich für solche Länder bieten, wenn es ihnen gelingt, zumindest die relativen Geburtenraten je Frau zu verringern. So entstand auch der Wohlstand in Europa im 19. Jahrhundert.

Bis auf Indien haben die Länder mit einem grünen Balken auch ein intaktes Kaufsignal aus einer demografischen Welle.

Unsere Strategie für das kommende Jahr sieht weiter so aus, dass wir langlaufende Euro-Staatsanleihen bevorzugen, bis es zum erneuten Crash an den Aktienmärkten kommt. Dann könnten die Tiefststände des Jahres 2009 noch unterschritten werden. Erst dann kommt eine neue Chance, mit Aktienanlagen Geld zu verdienen. Die Frage für uns ist nicht ob es dazu kommt, sondern nur wann es dazu kommt.


Der Bericht zu unseren Vermögensbausteinen 

Guliver Wachstum und Guliver Sicherheit konnten auch in der letzten Woche wieder neue Jahreshöchststände erreichen. Besonders der Guliver Sicherheit profitierte von den ungünstigen Nachrichten aus Griechenland und Spanien wegen zu hoher Schulden.

Nachdem der Versuch eine Dollar-Anleihe der KfW-Bank für den Guliver Sicherheit zu erwerben zuerst gescheitert war, konnte ich den Kauf zwei Tage später zu dem von mir gewünschten Kurs vollziehen. Eine weitere Dollar-Anleihe der KfW habe ich in der vergangenen Woche für den Guliver Wachstum erworben. Beide Anleihen sind bereits am Tag danach um über 2% gestiegen.

In dieser Woche könnte es besonders bei Anleihen nach den Kursgewinnen der letzten wochen zu einigen Gewinnmitnahmen kommen. Das könnte dann neue Kurschancen bringen. Denn gerade bei Dollar-Anleihen will ich noch etwas nachkaufen.

Wochenstatistik (Woche / 2009):
Guliver Sicherheit: +1,06% / +11,96%
Guliver Wachstum: +1,14% / +18,61%

Montag, 14. Dezember 2009

Nr. 109: Griechenland am Pranger

Während es in der vergangenen Woche an den Aktienmärkten recht ruhig war, wurde die Aufmerksamkeit der Investoren wieder vermehrt auf die stark anwachsenden Staatsschulden gelenkt. Vor allem in Griechenland sieht es zunehmend düster aus. Demografisch hat Griechenland eigentlich noch Rückenwind. Von einer Überalterung ist das schöne Land noch weit entfernt. Das heißt aber nicht, dass dadurch eine gesunde Haushaltsdisziplin von allein kommt. Griechenland könnte schon bald zum Testfall für die Solidität des gesamten Euro-Systems werden. Und das Griechenlands Volkswirtschaft nicht besonders groß und wichtig ist, scheint ein Exempel möglich. Zumindest sollten die griechischen Politiker fest damit rechnen. Die Auswirkungen wären aber wie im Fall von Lehman-Brothers unkalkulierbar. Hoffen wir also, dass die Griechen das nochmal irgendwie hinbekommen.

Auch Spanien musste negative Rating-Kommentare verkraften. Zwar wurde das Rating Spaniens noch nicht heruntergestuft, doch die Mahnung sollte auch bei Spanien ernst genommen werden.

Im Vergleich zu den meisten Ländern dieser Erde sieht die hohe Neuverschuldung Deutschlands fast vernachlässigbar aus. So konnten auch deutsche Staatsanleihen in der letzten Woche überwiegend Gewinne verbuchen, während es bei fast allen anderen Euro-Staaten und auch beim Euro Kursverluste gab.

Kursverluste gab es auch beim Goldpreis. Vom Rekordhoch bei 1.220 Dollar ging es um über 100 Dollar bergab. Da gleichzeitig der Dollar gegenüber dem Euro um 4% stieg, war der Rückgang in Euro nicht ganz so schmerzhaft. Der Rückgang ist insgesamt positiv zu bewerten. Diese Korrektur war nach dem starken Anstieg überfällig. Längerfristig erwarte ich einen weiter steigenden Goldpreis.

Guliver Wachstum und Guliver Sicherheit konnten am Dienstag neue Jahreshochs erreichen. Dann kam es mit den schlechten Nachrichten aus Griechenland und Spanien zu Rückgängen bei den meisten Staatsanleihen.

Verkauft habe ich am letzten Donnerstag die Bulgarien-Anleihe im Guliver Sicherheit. Es war eine der besten Anlagen in den letzten Jahren. Am Ende stand nach etwa zehn Monaten ein Gewinn von 26%. Heute habe ich einen Teil der Dollar-Absicherung im Guliver Sicherheit aufgelöst. Damit kommt der Dollar-Anteil jetzt auf ca. 10%. Der Versuch eine Dollar-Anleihe der KfW-Bank zu erwerben ist leider gescheitert, weil das von mir gesetzte Limit nicht erreicht wurde. Ich war wieder einmal zu geizig. Vielleicht klappt es morgen.

Wochenstatistik (Woche / 2009):
Guliver Sicherheit: 0,00% / +10,78%
Guliver Wachstum: -0,39% / +17,28%

Montag, 7. Dezember 2009

Nr. 108: Dubai – War da was?

Wenn die Aktien nach oben wollen, dann gehen sie auch nach oben. Da ist es fast egal, ob die fundamentalen Daten dies rechtfertigen oder nicht. Negative Meldungen, wie die katostrophale Lage in Dubai, können nur kurz den Aufstieg in Frage stellen. Der DAX hat es in derletzten Woche fast bis an sein bisheriges Jahreshoch (5.888 Punkte am 14. Oktober) geschafft. Wochenschlussstand: 5.817 Punkte.

Während schlechte Nachrichten schnell vergessen sind, werden gute Nachrichten weiter gefeiert. So am Freitag Nachmittag die wieder etwas besseren Daten vom US-Arbeitsmarkt. Denn im November hat sich die Zahl der Jobs fast nicht mehr verringert. Das ist auch gut so. Denn wenn das riesige Konjunkturpaket in den USA gar keine Auswirkungen hätte, wäre das schon mehr als dramatisch. Auch Japan hat es ja in den letzten 20 Jahren mit seinen vielen Konjunkturprogrammen immer wieder geschaft, die Arbeitslosigkeit niedrig zu halten. Den schleichenden Niedergang der japanischen Wirtschaft konnten die niedrige Arbeitslosigkeit und die vielen Konjunkturhilfen jedoch nicht stoppen. Mein demografisches Modell sagt auch für Westeuropa und die USA eine solche Entwicklung voraus.

Für unsere Vermögensbausteine war es auch eine sehr gute Woche. Der Guliver Wachstum konnte sogar ein neues Jahreshoch erreichen. Der Guliver Sicherheit war nahe dran.

Am Samstag war Guliver erstmals auf einer Anlegermesse vertreten. Beim Berliner Börsentag fand unsere Idee vom demografischen Einfluss auf die Wirtschaft eine unerwartet gute Resonanz, auch bei Berufskolegen. Beide Vorträge waren voll besetzt. Es mussten sogar Teilnehmer stehen. Das motiviert uns, diese neue Idee weiter zu verfolgen und im Dialog mit möglichst vielen Menschen diese Idee weiter zu entwickeln.

Freitag, 4. Dezember 2009

Nr. 107: November mit Gewinnen

Nach meiner kurzfristig anberaumten Reha für das nun nicht mehr ganz so kaputte Knie bin ich nun wieder zurück und es wird wieder im wöchtentlichen Rhythmus einen Blogeintrag von mir geben.

Der Monat November hat uns wieder einmal sehr gute Ergbnisse bei praktisch allen Anlageklassen gebracht. Anleihen, Gold und Aktien konnten teilweise deutlich zulegen. Nur auf der Währungsseite gab es aufgrund des sehr starken Euro für uns Euro-Anleger Kursverluste.

Die Statistik (November / 2009):
Guliver Sicherheit: +1,59% / +10,50%
Guliver Wachstum: +1,75% / +18,09%
DAX: +3,9% / +16,96%