Mit meinen Brüdern Marcel und Stephan bin ich Gesellschafter und Geschäftsführer von Guliver.

Meine Aufgabenbereiche sind: Marktanalyse, Management unserer Vermögensbausteine und Auswahl unserer Empfehlungen, Öffentlichkeitsarbeit, Kundenberatung. Mein zeitaufwendigster Arbeitsbereich ist die Erforschung des Einflusses der Demografie (Alterstruktur) auf unser Leben und damit auch auf Wirtschaft, Finanzmärkte und Gesellschaft.

Guido Lingnau, Berlin

Montag, 26. Oktober 2009

Nr. 103: Konsumenten mit zunehmend schlechter Laune

Letztendlich ist es der Verbraucher, der mit seinen Einkäufen für eine funktionierende Wirtschaft sorgt. Streiken die Verbraucher, bleiben die Unternehmen auf ihren Produkten sitzen. Die Unternehmen müssen früher oder später Mitarbeiter entlassen. Das führt bei den Unternehmen erst einmal dazu, dass die Gewinne wieder steigen. Durch die steigende Arbeitslosigkeit verschlechtert sich die Laune der Verbraucher aber erneut. Und richtig: trotz reduzierter Produktion bleiben die Unternehmen wieder auf einem Teil ihrer Waren sitzen.

Wir erleben derzeit die Phase der wieder besseren Unternehmensgewinne. Gleichzeitig steigt aber die Arbeitslosigkeit und das führt zu einer Verschlechterung des sogenannten Verbrauchervertrauens. Das haben Verbraucherbefragungen in den USA schon vor drei Wochen gezeigt und heute Morgen ist auch der deutsche Konsumklimaindex, der GfK-Index, “überraschend” gefallen.

Aufgrund der hohen Überkapazitäten in der Wirtschaft bleibt die Inflation weiter niedrig, teilweise gehen die Preise sogar zurück. Das gilt für alle wichtigen Wirtschaftsräume.

Trotzdem reden die Notenbanken wieder vermehrt von einem nahenden Ende der extrem niedrigen Zinsen. Begründet wird dies mit der aktuellen Wirtschaftsbelebung. Gespannt wird erwartet, wie gut sich die über 120 Mrd Dollar an neuen US-Staatsanleihen, die in dieser Woche versteigert werden, verkaufen werden. Die Rentenmärkte haben in Vorfeld dieser anstehenden Auktionen erst einmal den Rückwärtsgang fortgesetzt. Das passt mir eigentlich ganz gut, denn durch eine Reihe von Neuinvestitionen in unsere Vermögensbausteine Guliver Sicherheit und Guliver Wachstum, kann ich neue Geld wieder zu höheren Zinsen anlegen.

Wochenrückblick (in Klammern Ergebnisse seit Jahresanfang):

Guliver Sicherheit: -0,84% (+8,6%)
Guliver Wachstum: +0,16% (+16,3%)

Montag, 19. Oktober 2009

Nr. 102 Nicht Fisch, nicht Fleisch

Die Eröffnung der Berichtssaison begann mit einigen sehr positiven Paukenschlägen. Erst Alcoa mit einem Gewinn, dann wieder Philips ebenfalls mit Gewinn und auch BASF, Intel und Google konnten selbst die sogenannten Flüsterschätzungen übertreffen. Die ersten beiden US-Großbanken lagen dann zwar auch über den offiziell gemeldeten Analystenschätzungen, die insgeheim erhofften Gewinne wurden aber verfehlt. Und dann kamen zum Ende der Woche doch die negativen Ausreißer. Erst schockte Nokia mit einem Milliarden-Verlust, dann der größte Kreditgeber der USA, die Bank of America. Spätestens als der weltweit größte Mischkonzern, General Electric, mit seinen Umsätzen weit unter den Erwartungen blieb, hätten die Aktienkurse insgesamt eigentlich deutlicher nachgeben müssen. IBM, die ebenfalls unter den Erwartungen blieben, Bank of America, Nokia und General Electric verloren nach Bekanntgabe der Zahlen zwar zwischen 4 und 10%, aber der Aktienmarkt insgesamt wird derzeit von so großer Euphorie getrieben, dass es trotzdem neue Jahreshöchststände gab.

So konnte der Dow Jones Industrial Index wieder auf über 10.000 Punkte klettern. Allerdings hatte er dies schon vor über zehn Jahren zum ersten Mal getan und seit dem über 50 mal diese Marke gekreuzt. Das zeigt in der langfristigen Betrachtung, dass die Aktienmärkte seit etwa zehn Jahren insgesamt unter extremen Schwankungen eher seitwärts laufen. Und das gilt nicht nur für die USA.

Kaum beachtet wurden in der letzten Woche wieder sehr schlechte Indikatoren, die eine Vorausschau auf die Entwicklung der Wirtschaft in den kommenden Monaten liefern sollen und deren positive Wende im März auch die Wende an den Aktienmärkten eingeläutet hatten. So hat sich das Verbrauchervertrauen in den USA überraschend wieder verschlechtert. Der Konsum in den USA, die wohl wichtigste Kennzahl für die Entwicklung der Weltwirtschaft, ist wieder um 1,5% zurück gegangen. Dagegen ist die Arbeitslosigkeit weiter angestiegen. Auch der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen in Deutschland ist überraschend um 1,7% gefallen. Die Auslastung der US-Industrie ist zwar leicht gestiegen, liegt aber immer noch um mehr als 10% unter dem langjährigen Duchschnitt. Die Inflationsdaten sehen weiter gut aus. In den Euro-Ländern sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr um 0,3% gefallen.

Trotzdem mussten langlaufende Anleihen, wie auch erwartet, seit längerer Zeit wieder einmal Verluste hinnehmen. Das dürften vor allem Gewinnmitnahmen sein. Begründet wurden diese Rückgänge mit der Aussicht auf ein Ende der Rezession und mit dann wieder höheren Zinsen der US-Notenbank. Der Rückgang der Kurse bedeutet aber bei Anleihen automatisch eine höhere Rendite in der Zukunft, da Anleihen ja immer zu 100% zurückgezahlt werden, der Kurs in der Zukunft also bekannt ist (anders als bei Aktien und Immobilien). Es muss nur gewährleistet sein, dass der Schuldner nich Pleite macht. Die Kursrückgänge der letzten Woche bieten für Anleger also gute Einstiegskurse.

Hier die Wochenergebnisse unserer Vermögensbausteine (in Klammern 2009):

Guliver Sicherheit: -1,41% (+9,49%)
Guliver Wachstum: -1,69 (+16,15%)
DAX: +0,8% (+19,4%)

Montag, 12. Oktober 2009

Nr. 101 Jetzt wirds richtig spannend!

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. So geht das nicht nur an den Finanzmärkten zu, sondern oft genug auch im privaten Bereich. Völlig ungelegen kam mir am vorletzten Donnerstag ein kleiner Unfall, bei dem ich mir das vor einigen Monaten operierte Kniegelenk gebrochen habe. Der Investmentabend musste darum leider auf den 26. November verschoben werden. Das Krankenhaus habe ich nun wieder verlassen können, muss aber noch einige Wochen mit steifen Knie und Schmerztabletten über die Runden kommen. Einige Projekte verzögern sich dadurch. So wird der erneuerte Email-Newsletter erst im Laufe des Oktober starten (hoffentlich…).

Die Börsen bereiten sich derweil auf die anstehenden Unternehmensberichte zum dritten Quartal vor. Es gilt als ausgemachte Sache, dass die schon mehrfach noch oben korrigierten Prognosen der Analysten deutlich übertroffen werden. Alcoa, der weltweit größte Alluminium-Hersteller, hat dies mit einem nicht vermuteten Quartalsgewinn bereits getan.

Der Goldpreis steigt, wie erwartet, weiter an. Den neuen Rekord gab es allerdings nur in Dollar. Der im Febraur erreichte Goldpreisrekord in Euro ist noch etwa 10% entfernt.

Spannend wird es aber auch bei den Anleihen (Renten). Seit letztem Donnerstag sind die Kurse für langlaufende Staatsanleihen in den USA praktisch im freien Fall. Nachdem eine Auktion neuer 30jähriger Anleihen wenige Interesse bei den Investoren fand, als man angenommen hatte, verloren solche Anleihen bis Freitag Abend 4%. Für Anleihen ist das unheimlich viel. Auch die Staatsanleihen in Euro verloren stark, aber nicht ganz so stark, wie die US-Anleihen. Hier ging es etwa 1,5% nach unten.

Guliver Wachstum und Guliver Sicherheit setzen derzeit überwiegend auf solche sehr lang laufenden Euro-Staatsanleihen. Daher dürften beide Vermögensbausteine in dieser Woche von ihren am Freitag erzielten Höchstständen (Guliver Sicherheit Allzeithoch, Guliver Wachstum Jahreshoch) in dieser Woche etwas verlieren.

Zu den Daten (Woche, Monat, 2009):

Guliver Sicherheit: +0,84%, +1,74%, +11,05%
Guliver Wachstum: +0,87%, +2,76%, +18,15%

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Nr. 100 Gutes drittes Quartal – Fünf Jahre Guliver Wachstum

Mit dem Ende des 3. Quartals scheinen nun wieder die wichtigsten Konjunkturindikatoren eher zu enttäuschen. Sowohl der Einkaufmanager-Index aus Chicago als auch das US-Verbrauchervertrauen, die seit einigen Monaten gestiegen waren, zeigten jetzt wieder deutliche Rücksetzer. Erstaunlich, dass der Aktienmarkt das zumindest erst einmal gut weggesteckt hat.

Der historisch gesehen schlechteste Aktienmonat September konnte in diesem Jahr leicht positive Ergebnisse liefern. Allerdings hat die Dynamik der Sommer-Monate deutlich nachgelassen. Nun wird es wieder richtig spannend. Denn an die nun anstehenden Quartalsberichte der Unternehmen sind sehr hohe Erwartungen geknüpft. Vor drei Monaten sah das ganz anders aus. Anfang Juli blickte der Markt überwiegend ängstlich auf die anstehenden Berichte. Als diese dann deutlich besser ausfielen als befürchtet, kam es zu einem regelrechten Anstrum auf Aktien.

Der Monat Oktober ist eigentlich oft ein recht guter Börsenmonat. Allerdings ist es auch der Monat, in dem es die größten Crashs der Börsengeschichte gab. Nämlich immer dann, wenn die Erwartungen an die Quartalsergebnisse zu optimistisch waren.

Unsere Vermögensbausteine:
Beim Guliver Wachstum habe ich die vor etwa einem halben Jahr gekaufte Kaupthing-Anleihe mit einem Gewinn von 153% verkauft. Leider hatte ich mich nicht getraut, einen größeren Betrag zu investieren. Kaupthing war ja gerade pleite gegangen. Es ist trotzdem der prozentuale größte Gewinn seit Auflage.

Kurz vor dem 5. Geburtstag des Guliver Wachstum (Auflage am 01.10.2004) liegt das Gesamtergebnis für die Erstzeichner nun endlich auch wieder im positiven Bereich (+0,9%). Guliver Sicherheit und Guliver Wachstum erreichten ein neus Jahreshoch. Für den Guliver Sicherheit war es gleichzeitig ein neues Allzeithoch.

Ergebnisübersicht (1 Monat / 3 Monate / 2009):
Guliver Wachstum: +0,96% / +7,24% / +17,53%
Guliver Sicherheit: +1,10% / +5,43% / +10,16%
MSCI World (Euro): +1,92% / +12,18% / +16,47%
DAX: +3,85% / +18,02% / +17,99%